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Kuba:Havanna in vollen Zügen genießen

Zigarren gehören zu den wichtigsten Exportprodukten Kubas. Sie sind aber nicht nur Geldquelle, sondern auch Lebensgefühl.

Manolito steht ständig unter Dampf, denn der Mann darf am Arbeitsplatz rauchen - und zwar nicht irgendein Kraut, sondern feinste Havannas aus den besten Tabaken der Welt.

Zigarren-Arbeiterin; dpa/gms

Eine Arbeiterin sortiert die Tabakblätter. Sie müssen nach Farbe, Sorte und Qualität geordnet werden.

(Foto: Foto: dpa/gms)

Und so schmaucht der Fabrikarbeiter Zigarren, die in Deutschland pro Stück mehr kosten, als Manolito in einem Monat verdient. Der Kubaner arbeitet in der Partagas-Zigarrenfabrik am Rande der Altstadt Havannas. Die "Fábrica de Tabacos Partagas" wurde bereits im Jahr 1845 als Zigarrenmanufaktur erbaut.

Richtige Zigarrengenießer zieht es in die Calle Agramonte zur ehemaligen Manufaktur von H. Upmann ("Palacio del Tabaco Fábrica La Corona"). Dort fertigen die Zigarrendreher zwei Formate der legendären und sündhaft teuren Cohiba, der Marke Che Guevaras und Gerhard Schröders.

Gleich im ersten Stock wird es spannend: Die Besucher gelangen in das Kernstück der Manufaktur, einen großen Saal, in dem die Torcedores, die Zigarrendreher, die Havannas fabrizieren.

Eine Zigarrendreherin greift zu vorbereiteten Tabakblättern, aus denen sie die Einlage rollt. Dann nimmt sie das spezielle Umblatt und dreht alles zur so genannten Puppe zusammen. Schließlich packt sie die halbfertige Zigarre in eine Holzform, in der sie 45 Minuten lang gepresst wird. Später wird dann das Deckblatt um die Puppe gewickelt.

"Hier entsteht gerade eine Cohiba-Espléndido", erklärt der Führer. "90 dieser Spitzenzigarren stellt die Torcedora am Tag her." Das lohnt sich für die staatliche Zigarrenindustrie: Die Monatsproduktion umfasst 2160 Stück, dafür erhält die Arbeiterin einen Lohn von etwa 12 Euro.