Kritik an berühmten Extrem-Bergsteigern:Alpinstil gegen Expeditionsstil - ein Überblick

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Stile beim Bergsteigen

Alpinstil: Gilt derzeit als Königsdisziplin und steht für die möglichst schnelle Besteigung eines Berges "wie in den Alpen": in kleinen Seilschaften, ohne Fixseile, vorbereite Lager, künstlichen Sauerstoff oder Trägerhilfe. Dies bedingt automatisch einen geringen Materialeinsatz. An manchen Achttausendern ist eine Besteigung über die eingetretenen und präparierten Normalrouten im Alpinstil nur noch schwer möglich.

Bohrhaken: Anders als mobile Sicherungsgeräte wie Klemmkeile und Felshaken werden Bohrhaken in dafür gebohrten Löchern im Fels fixiert. Dadurch lassen sich gute Absicherungen auch dort einrichten, wo dies sonst nicht oder kaum möglich wäre, zum Beispiel an glatten Felswänden. Sie machen das Klettern oft einfacher, da der psychische Anspruch einer Route sinkt. Eine maßvolle Verwendung wird häufig akzeptiert.

By fair means: Bedeutet den weitestmöglichen Verzicht auf technische Hilfsmittel wie Fixseile und Flaschensauerstoff.

Expeditionsstil: Eine Art Belagerungstaktik im Höhenbergsteigen mit gewaltigem materiellen und personellen Aufwand. Kennzeichnend sind Lastenträger, Hochlager, eingerichtete Fixseile, tonnenweise Ausrüstung und langsames Vortasten in Richtung Gipfel. Er wurde in den 1970ern langsam vom Alpinstil abgelöst und gilt heute als nicht mehr zeitgemäß.

Flaschensauerstoff: Bis Peter Habeler und Reinhold Messner den Mount Everest 1978 ohne Flaschensauerstoff bestiegen, waren viele Mediziner der Ansicht, dies sei wegen der dünnen Luft nicht ohne bleibende Schäden möglich. Heute gilt die Verwendung von Flaschensauerstoff unter professionellen Höhenbergsteigern als Doping.

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