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Kreuzfahrt-Anbieter:Großer Bogen um China

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Doch lieber nicht nach China: Kreuzfahrt-Anbieter ändern ihre Routen.

(Foto: Symbolfoto: Mindy Pongpanik/Unsplash)

Wegen der Coronainfektionen ändern Reedereien kurzfristig ihre Routen, das Anlegen an einigen Kreuzfahrthäfen fällt aus. Ein Überblick.

Die gute Nachricht vorweg: Bislang hat es nur auf zwei Kreuzfahrtschiffen Virusinfektionen mit dem neuartigen Coronavirus gegeben. Keine der europäischen Kreuzfahrtgesellschaften ist davon betroffen. Doch die Anbieter von Kreuzfahrten haben längst auf die Situation reagiert und Sicherheitsvorkehrungen getroffen.

So dürfen Passagiere und Crewmitglieder, die je nach Anbieter zwischen 28 und 30 Tagen vor Reisebeginn in Festlandchina, Hongkong und Macau waren, derzeit nicht an Bord. Dies gilt auch für Reisende, die Kontakt zu Personen hatten, welche in diesem Zeitraum in China, Hongkong und Macau waren. Zudem haben einige Kreuzfahrtgesellschaften Fragebögen entwickelt, in denen Gäste vor Reiseantritt nach Symptomen und Vorerkrankungen befragt werden.

Doch die Bestimmungen ändern sich kontinuierlich, vonseiten der Reedereien und auch vonseiten der Häfen. Kreuzfahrtgesellschaften beobachten deshalb die Lage in Asien gespannt: Sie ändern Routen, meiden bestimmte Häfen, oder ziehen ihre Schiffe ganz aus Asien ab. Ein Überblick darüber, was bereits bekannt ist.

Aida Cruises hat vergangene Woche die Reißleine gezogen und die Asiensaison von Aida Vita und Aida Bella vorzeitig beendet. "Insbesondere die weitere Ausbreitung des Coronavirus in China und die daraus resultierenden Reiseeinschränkungen verschiedener asiatischer Länder haben uns zu diesem Schritt veranlasst", erklärt Pressesprecher Hansjörg Kunze. Beide Schiffe würden nun in andere Fahrgebiete überführt.

Derzeit arbeitet Aida an einem alternativen Reiseprogramm für die beiden Schiffe bis zum Start der Frühjahr- und Sommersaison. Eine Herausforderung, bedenkt man, dass Routenpläne sonst auf Jahre im Voraus festgelegt werden. "Aber immerhin sind Schiffe beweglich", sagt Kunze - im Gegensatz zu Hotels. Mit dem Start der Sommersaison läuft dann wieder alles nach Fahrplan. Die Aida Vita legt am 14. April 2020 in Dubai ab, die Aida Bella am 30. April 2020 in Palma de Mallorca. In der Sommersaison fahren die meisten der 14 Schiffe zählenden Flotte ohnehin in europäischen Gewässern.

Tui Cruises ist derzeit mit einem Schiff, der Mein Schiff 6, in Südostasien unterwegs. Das Unternehmen hat entschieden, den Reiseverlauf der Kreuzfahrt "Hongkong mit Vietnam" vom 4. bis 18. März 2020 zu ändern und Hongkong nicht anzulaufen. Die Reise "Asien mit Singapur" vom 19. Februar bis 4. März 2020 wird wie geplant durchgeführt.

Costa Cruises hat aktuell ein Schiff in Asien im Einsatz: Die Costa Fortuna fährt nach wie vor im Wochenrhythmus ab/bis Singapur durch Thailand und Kambodscha, die Reisen seien bisher bestätigt. "Wir verfolgen die Entwicklung in der Region mit großer Aufmerksamkeit und stehen weiterhin in Verbindung mit den zuständigen Regierungsbehörden", sagt Pressesprecherin Hanja Maria Richter.

MSC hat die Route der MSC Bellissima nach Südostasien aktualisiert. Für die Kreuzfahrt vom 21. März bis 19. April 2020 werden die Häfen Shenzhen (China), Hongkong und Keelung (Taiwan) gestrichen und durch die Häfen Laem Chabang/Bangkok (Thailand) und Phu My/Ho Chi Minh City (Vietnam) ersetzt.

Hapag-Lloyd Cruises hat derzeit keines seiner Schiffe in asiatischen Gewässern. Lediglich für die Bremen ist im Mai ein Halt in Shanghai geplant. "Wir prüfen vorsorglich alternative Optionen", sagt Pressesprecherin Negar Etminan.

© SZ vom 20.02.2020/kaeb
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