Kolumne "Mitten in ..."Schmeckt so

Im Restaurant in Memphis sollte man sich besser etwas genauer ausdrücken. Und zwei Schwaben in Prag finden, dass selbst einmalige Sehenswürdigkeiten daheim billiger zu haben sind.

Mitten in ... Memphis

Immer wieder gibt es Phänomene, die - neben dem amtierenden Präsidenten - Vorurteile gegen Amerika nähren. Zum Beispiel "Dr Pepper", ein koffein- und zuckerhaltiges Erfrischungsgetränk, das ein Apotheker namens Charles Alderton 1885 erfunden hat. In Deutschland wirbt Dr Pepper mit dem Claim: "Schmeckt. Aber nicht jedem." Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen, außer vielleicht dieser Geschichte aus Memphis. Das ist die Stadt, in der Elvis Presley begraben liegt und die deshalb jedes Jahr mehr als eine halbe Million Besucher anzieht. Einer dieser Touristen besucht eines Abends ein nobles Restaurant an der Main Street, es ist in einem alten Prachtkino untergebracht und schon deshalb einen Besuch wert. Er bestellt sein Abendessen und bittet den Kellner um ein bisschen Pfeffer ("some pepper"). Worauf dieser ihm ein Glas Dr Pepper auf den Tisch stellt.

Nikolaus Piper

SZ vom 6. Dezember 2019

Bild: Marc Herold 8. Dezember 2019, 07:492019-12-08 07:49:01 © SZ/ihe