Kolumne "Mitten in ..."Post für Berlusconi

In Rom liegt ein überraschendes Angebot im Briefkasten. Und in Tel Aviv hat der Barbier etwas vergessen.

Mitten in ... Rom

Gestern kam Post für Berlusconi. Natürlich wäre Post von Berlusconi noch spannender gewesen, wenigstens journalistisch. Berlusconis Post also klebte unter unserer, dem Postboten muss das entgangen sein. "Pres. Berlusconi Silvio", stand da als Anrede. Wenn der Presidente in Rom ist, wohnt er ganz in der Nähe, im Palazzo Grazioli. Ist er aber nicht mehr so oft wie früher, als er noch Präsident von fast allem war, unter anderem auch vom Ministerrat und vom AC Mailand. Nun hätte es die Etikette verlangt, dass wir die Post dem Boten wieder mitgegeben hätten, aber es war eine sehr dünne, in Plastik gehüllte Zeitung - ein breit gestreutes Geschenkexemplar, vier Seiten nur und kaum Text, mit dem pompösen Namen La Piazza d'Italia. Unter dem Titel steht, als Gönner könne man das Blatt für tausend Euro abonnieren. Berlusconi hätte das vielleicht bezahlt.

Oliver Meiler

SZ vom 10. Mai 2019

Bild: Marc Herold 5. Mai 2019, 08:212019-05-05 08:21:49 © SZ/edi