Der Kölner Dom wird für Besucher ab Juli zwölf Euro Eintritt kosten. Das gaben die Kirchenverantwortlichen am Dienstag bekannt. Mit der Gebühr sollen Pflege, Schutz und Betrieb der Kathedrale sichergestellt werden. Wer zum Gottesdienst und zum persönlichen Gebet in den Dom kommt oder eine Kerze anzünden will, soll das weiterhin kostenfrei tun können. Dafür werden in Deutschlands bekanntester Kirche verschiedene Zugangsbereiche geschaffen.
„Der Dom kostet Geld, der Dom braucht viel Geld“, sagte Domrendant Clemens van de Ven, der Verwaltungsleiter der Kirche. Das Unesco-Weltkulturerbe koste pro Tag 44 000 Euro. „Da ist natürlich auch der Eintrittspreis von 12 Euro mehr als willkommen.“
Dompropst Guido Assmann betonte, die Zugangsgebühr solle trotzdem sozialverträglich sein. Daher werde es freien Zugang für bestimmte Gruppen – etwa Kinder – sowie Ermäßigungen und freien Eintritt an bestimmten Fest- und Feiertagen geben. „Wir haben das abgewogen. 12 Euro, ich glaube, das ist verträglich in dem Gesamtgefüge“, sagte Assmann.
In Deutschland sind die meisten Kirchen frei zugänglich. Eine Ausnahme ist etwa der Berliner Dom. Ein Besichtigungsticket für die evangelische Kirche kostet 15 Euro. Im Ausland sind Eintrittsgelder üblicher.
Der Kölner Dom ist eine der bedeutendsten Kirchen der Welt und eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten in Deutschland. Jährlich kommen rund sechs Millionen Besucherinnen und Besucher. Das Gotteshaus beherbergt in einem kostbaren Schrein Reliquien, die als die Gebeine der Heiligen Drei Könige verehrt werden. Der Dom ist dadurch ein international bedeutender Wallfahrtsort.
Mit einer Höhe von 157 Metern war der Dom bei seiner Fertigstellung 1880 das höchste Bauwerk der Welt. Erheblichen Schaden nahm er durch Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg und durch Umwelteinflüsse. Zahlreiche Handwerkerinnen und Handwerker arbeiten ständig am Erhalt des gotischen Gotteshauses.


