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Kanada: Bärenjagd mit Mister Owl:"Die große Bärin wird uns nicht mögen"

Nur ein bisschen Wandern wollte unser Autor mit einem Mann der First Nations. Doch der musste ihm unbedingt einen Bären zeigen - von nah, ganz nah.

Indian Summer! Strahlend blauer Himmel! Güldener Ahorn! Da passt es wunderbar, dass man mit einem richtigen Kanadier verabredet ist, einem Mann der First Nations, der wird einem den Zauber des Landes schon zeigen! "A little hiking" hatte Mr. Owl am Telefon versprochen, ein bisschen Wandern, wunderbar. Und da ist er auch schon, und da stürmt er auch schon los, vom Parkplatz Richtung Wald. Scheint einiges vorzuhaben, der Mr. Owl.

Hudson Bay in Kanada

Dem Raubtier so nah - Eisbären in Churchill

Fragen kann man ihn das leider vorerst nicht, weil er ein ziemliches Tempo vorlegt. Gerade eben waren wir noch auf einem Wanderweg, aber jetzt schlagen wir uns in die Büsche und eilen im Zickzackkurs durchs kanadische Gehölz. Mr. Owl läuft voran, und ich keuche hinter ihm her und versuche, so wenige Zweige wie möglich ins Gesicht zu bekommen. Irgendwann stehen wir am Rand eines Sumpfes.

An einer Stelle ist das Schilf niedergedrückt, und Mr. Owl sagt: "Okay." Wieso Okay? Was machen wir hier? Warum wandern wir nicht auf einem Weg? Weil Bären nicht auf Wegen bleiben, sagt Mr. Owl. Und dann sagt er noch, dass wir ganz nah dran sind an einer Bärenmutter mit ihren beiden Jungen und dass die Bärin uns möglicherweise nicht mögen wird. Und dann?

Dann läuft man Mr. Owl wieder hinterher, was sonst. Allein zurück zum Parkplatz gehen, von dem man nicht weiß, wo er ist? Dann lieber weiter mit Mr. Owl. Der beschließt, dass die Bären beschlossen haben, Eicheln zu fressen, und tatsächlich: Überall liegen angeknabberte Eicheln und Bucheckern herum. Und das, was aus Bären herauskommt, wenn sie viel, sehr viel davon gefressen haben. "Okay", sagt Mr. Owl: Sind keine drei Bären, ist nur einer. Ein großer. Ein sehr großer.