Kaiserstadt und Metropole der Zukunft Schaufenster für Moden und Trends der Zukunft

Heute ist Tokio auch ein Schaufenster für die Moden und Trends, die mit einer Saison Verspätung den Westen erreichen. Wer sich davon ein Bild machen möchte, der muss nach Shibuya und noch besser nach Harajuku fahren, in das Hipsterviertel Tokios. In der Takeshita-Straße reiht sich ein Geschäft an das nächste. Es kann passieren, dass man arglos in ein Fotoshooting für ein Modemagazin oder doch nur für einen unbedeutenden Fashionblog hineinspaziert.

"Tokio absorbiert viel Energie", sagt Schwentker. Wäre die Stadt ein Staat, hätte die Metropole ein größeres Bruttoinlandsprodukt als Thailand oder Österreich. Es gibt natürlich auch kein einzelnes Zentrum, sondern zig Subzentren. Der Blick auf den U-Bahn-Plan sieht aus, als habe ein Kleinkind mit bunten Stiften achtlos Kreise gemalt. Es ist nicht ungewöhnlich, dass ein Angestellter in Tokio zwei bis drei Stunden pendelt, um zur Arbeit zu kommen. Wer es sich leisten kann, wohnt deshalb in der Nähe eines großen Bahnhofs.

Wer von den Dimensionen der gigantischen Stadt einen Eindruck bekommen will, fährt am besten wieder nach Shinjuku. Dort residiert die Verwaltung Tokios in zwei gewaltigen Türmen aus Stahl und Glas, die der Stararchitekt Kenzo Tange entworfen hat. In einem der Wolkenkratzer befindet sich im 45. Stock eine Aussichtsplattform. Schaut man aus dem Fenster, sieht man in jeder Richtung nichts als Häuser, die sich im Dunst des Horizonts verlieren.

Megablick über die Megacity: Häuser bis zum Horizont

(Foto: dpa-tmn)

Wer "Star Wars" gesehen hat, denkt unweigerlich an den Planeten Coruscant, der aus einer einzigen Stadt besteht. Von 243 Metern Höhe aus betrachtet sieht Tokio aus wie Science-Fiction. An klaren Tagen ist in der Ferne der heilige Berg Fuji zu erkennen.

Blick über ein großes Freilichtmuseum

Kyoto dagegen ist von Bergen umgeben und kann nicht weiter wachsen. Die Stadt fasert in die Natur aus. Deutlich wird das, wenn man am Abend hinaufsteigt zum Kiyomizu-dera, einem bei Touristen besonders beliebten Tempel im Osten. Die erste Halle des Komplexes wurde 789 errichtet, das heutige Gebäude im Jahr 1633. Für den Bau wurde kein einziger Nagel verwendet. Es gibt eine große Veranda.

Der Tempel Kiyomizu-dera: Von hier blicken Reisende in die Natur.

(Foto: dpa-tmn)

Man schaut über Kyoto, und auf der anderen Seite sieht man schon wieder Berghänge. Die Aussicht hat nichts Futuristisches. Es ist mehr wie der Blick über ein großes Freilichtmuseum.

Reise-Infos

Anreise: Lufthansa und All Nippon Airways (ANA) fliegen nonstop von Frankfurt und Düsseldorf nach Tokio. Daneben gibt es mehrere Verbindungen anderer Airlines mit einem Zwischenstopp.

Einreise: Deutsche Touristen können sich 180 Tage ohne Visum in Japan aufhalten.

Geld: Ein Euro entspricht etwa 136 Yen (Stand September 2014). In Tokio und Kyoto lässt sich mit internationalen Kreditkarten fast überall bezahlen und Geld abheben.

Transport: Der Shinkansen-Schnellzug von Tokio nach Kyoto braucht keine drei Stunden. Empfehlenswert ist ein Japan Rail Pass, mit dem fast alle Züge genutzt werden dürfen. Ein Zweite-Klasse-Ticket für sieben Tage kostet etwa 200 Euro. Für den Pass muss man außerhalb Japans einen Gutschein in einem Reisebüro kaufen, der dann im Land selbst gegen das gültige Ticket eingetauscht wird.