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Valle Stura di Demonte:Eine lange Geschichte

Die Täler im äußersten Westen des Piemont haben stark unter der Landflucht gelitten. Aber es gibt auch Menschen, die das Bergtal schätzen und wieder Leben in verlassene Dörfer holen.

Von Johanna Pfund

Häuser aus Stein gibt es im Valle Stura di Demonte genügend, Bewohner nur wenige. Einst hatte dieses Tal in den Seealpen, das von der französischen Grenze am Colle della Maddalena entlang fast bis nach Cuneo im Süden des Piemont reicht, um die 20 000 Einwohner. Geblieben ist ein Zehntel. Viele der Dörfer sind verlassen. Nur wenige Menschen haben einen Neuanfang gewagt: Einer davon war schon vor Jahren Bartolomeo Bruno, der im Dorf Sambuco das Albergo della Pace eröffnete und mit seiner Gastfreundschaft und Kochkunst Touristen aus aller Welt anlockt. Ein anderer war Nuto Revelli, ein einstiger Partisan, der sich später der Geschichte des Tales verschrieb.

In Erinnerung an ihn gibt es im Weiler Paraloup, weit oben auf 1360 Meter gelegen, ein kleines Museum. Es widmet sich der Geschichte der Befreiung im Zweiten Weltkrieg und der Geschichte des beschwerlichen Alltags der Gegend. Revelli, der 2004 starb, hatte die Erinnerungen der Bewohner aufgezeichnet. Ein historischer Schatz, der im rekonstruierten Paraloup gepflegt wird. Im Archiv des Museums, das von der Fondazione Nuto Revelli getragen wird, ist auch die Erinnerung an die Frauen der Resistenza aufbewahrt.

Lebendig geblieben ist durch alle Zeiten hindurch der Wallfahrtsort Sant' Anna di Vinadio, der auf 2020 Metern Höhe an einem Berghang im Süden des Tals klebt. Die Kirche aus dem 17. Jahrhundert erfordert von den Besuchern Konzentration, da sich der Boden parallel zum Hang neigt. Und überall in der Kirche erzählen Kinderfotos und Blumensträuße davon, dass die Heilige Anna, die Mutter Marias, viele Gebete erhört hat.

nutorevelli.org; santuariosantanna.eu

© SZ vom 04.02.2021
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