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Emilia-Romagna:Ein Sinnbild des Lebens

In der Poebene bei Parma liegt der weltweit größte Irrgarten.

(Foto: Carlo Vannini)

In der Poebene bei Parma liegt der weltweit größte Irrgarten, der von oben wie ein achteckiger Stern aussieht.

Von Johanna Pfund

Franco Maria Ricci hatte einen Lebenstraum: Er wollte einen Irrgarten bauen. Nach mehreren Jahren der Planung war es 2015 soweit: Der Designer und Verleger eröffnete in Fontanellato bei Parma auf dem Gelände seiner Familie ein weitläufiges Museumsareal mit einem ebenso weitläufigen Bambuslabyrinth, die von oben gesehen einen achteckigen Stern bilden. Die Geometrie ist streng, die Wege sind rechtwinklig, die Gebäude formen ein Quadrat, mit einer Pyramide als krönendem Schlusspunkt. Der Perfektionist Ricci, der im September gestorben ist, hat sich damit ein Denkmal gesetzt. Bambus wählte Ricci wegen seiner Schnellwüchsigkeit; nur so, das war ihm bewusst, konnte er in wenigen Jahren das Werk verwirklichen. Der Irrgarten war für ihn Sinnbild des Lebens, mit Abzweigungen, die in eine Sackgasse führen und Wegen, die sich als richtig erweisen, obwohl man das Ende nicht sieht.

Der angrenzende Gebäudekomplex beherbergt all das, was der Kunstfreund im Laufe seines Lebens angesammelt hat: Porträts aus mehreren Jahrhunderten, Büsten, eine Wunderkammer mit Totenschädeln und eine Bibliothek, die viele Werke des von ihm bewunderten Bodoni enthält und natürlich Ausgaben der von Ricci selbst gegründeten Kunstzeitschrift FMR. Wer sich wundern will, der ist im "Labirinto della Masone" am rechten Ort. (Infos: www.francomariaricci.com)

© SZ vom 30.12.2020
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