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Zukunft des Reisens:Besser als Beamen - Everest und Antarktis für Sesselreisende

Das Beamen, jene wunderbare Instant-Körperversand-Vision aus "Star Trek", harrt zwar immer noch seiner Erfindung, aber wer außer ein paar nostalgischen Filmfans braucht so etwas überhaupt noch? Wir, oder sagen wir: die moderne Technik, ist nämlich schon einen Schritt weiter: Anstatt sich in eine dieser - wer mehr als zwei Episoden "Star Trek" gesehen hat, weiß das - fehleranfälligen Teleportationskammern zu stellen, tippt man einfach einige Wörter auf das Display des Smartphones, und ist dann, schwuppdiwupp, überall auf der Welt. Also nicht nur im Garten des Nachbarn oder auf kicker.de, sondern dort, wo man selbst nie hinkommen könnte oder auch nie hinkommen will: in der Kletterroute "The Nose" am El Capitan, an Wracks inmitten der Karibik oder über dem Grab des Antarktis-Forschers Ernest Shackleton.

Das Display-Beamen ans Shackleton-Grab hat beispielsweise die Firma Lindblad Expedition ermöglicht, indem sie einen gewissen Eric Wehrmeister mit einer 19,5 Kilogramm schweren Spezialkamera am Buckel auf die Inselgruppe Südgeorgien schickte. An der legendären Nose wiederum klettert man mit Szenegrößen wie Lynn Hill und Alex Honnold durch Passagen wie King Swing oder The Great Roof. Es ist dann nicht nur der Internetgigant Google, der die Bilder zu 360-Grad-Rundum-Erlebnissen zusammenbaut. Auch der Schweizer Sportartikelhersteller Mammut hat beispielsweise 3D-Bergbesteigungen wie die des Matterhorns schon für Werbezwecke genutzt.

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Man darf sich daher sicher sein, dass die Elefanten im Samburu-Nationalpark und das Everest-Basislager nicht das Ende des interaktiven Erforschens sind. Wahrscheinlich können Ärzte aus München mithilfe von Google und der Kassenärztlichen Vereinigung schon bald Gesundheitschecks wie Darmspiegelungen bei Patienten im Amazonas durchführen. Das würde nicht nur das Beamen überflüssig machen, sondern jede Auslandskrankenversicherung.

Dominik Prantl