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Tauchen in Indonesien:Tauchen mit Teppichhaien und Pygmäen-Seepferdchen

Raja Ampat ist das Herz des Korallendreiecks, nirgendwo auf der Erde gibt es eine größere Artenvielfalt. Drei Viertel aller Hartkorallen-Arten kommen hier vor und mehr als die Hälfte der bekannten Weichkorallen. Wissenschaftler zählten bislang 1523 Spezies von Fischen. Durch die häufigen Erdbeben sind viele Lebensräume entstanden: Saumriffe, Buchten, Abgründe. Starke Strömungen tragen Larven von Korallen und Fischen aus fernen Meeren heran.

Der Fischkundler Mark Erdmann nennt Raja Ampat eine Speziesfabrik. Nur in Raja Ampat watschelt beispielsweise der Epaulettenhai auf seinen Brustflossen über den Meeresgrund. Und fast täglich sehen Taucher Teppichhaie und Pygmäen-Seepferdchen. Dazu kommen Schildkröten, Riffhaie und Schwärme von Barrakudas, Füsilieren, Makrelen, Doktorfischen.

Reise

Als Gott verehrt

Max Ammer war einer der Ersten, der diese Wunderwelt erkundete. Der 53-jährige Niederländer ist Pilot, Schatztaucher, Forscher, Hotelier und Gott wider Willen. Ammer kam Ende der Achtzigerjahre nach Raja Ampat, um im Meer Flugzeugwracks und Jeeps aus dem Zweiten Weltkrieg zu suchen. Er fand sie und verkaufte sie an Weltkriegs-Nostalgiker. Mit dem Erlös finanzierte er seine ersten Camps für Taucher.

Die Gäste waren begeistert, die Plätze für die nächsten Expeditionen bei Tauchmessen schnell ausverkauft. Doch bald kamen die Probleme. Das erste Camp musste Ammer wegen bissiger Sandflöhe schließen, das zweite brannten zornige Einheimische nieder. Sie warfen ihm vor, er lasse sich als Gott anbeten. Tatsächlich verehrten Anhänger eines Cargo-Kults den fremden Weißen als Manar Makeri, eine messianische Gestalt. "Sie beugten sich zu Boden und küssten meine Hand", erzählt Ammer. "Ich fand es sonderbar. Aber ich dachte, es sei ein Überbleibsel aus der Kolonialzeit."

Ammer ließ sich von den Rückschlägen nicht entmutigen und baute erneut. Das Kri Eco Resort steht bis heute. In den Bungalows aus geflochtenen Palmblättern, auf Stelzen über das Wasser gebaut, schliefen all die Wissenschaftler und Journalisten, die Ammer zu den Riffen brachte. Sie machten Raja Ampat berühmt. Raja Ampat wurde zum besten Tauchgebiet der Welt erklärt, der Boom begann. Jetzt tuckern 40 Tauchsafari-Schiffe durch den Archipel, offiziell. Tatsächlich sind es deutlich mehr, manche schätzen 65. "Keiner kontrolliert das wirklich", sagt Burt Jones, Autor mehrerer Bücher über Raja Ampat. "Es ist sehr einfach, ohne Lizenz zu fahren."

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