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Indonesien:Besuchsverbot für Komodo

Die für ihre Warane bekannte indonesische Insel Komodo soll voraussichtlich ab Januar 2020 für Touristen geschlossen werden, mindestens für ein Jahr, möglicherweise für zwei Jahre. Wie die Jakarta Post berichtet, will die Tourismusbehörde der Provinz Ost-Nusa-Tenggara mit dem Schritt der Heimat von über 5000 Waranen eine Erholung ermöglichen. Zuletzt kamen bis zu 10 000 Besucher jährlich. Die Regierung bestätigte den Medienbericht nicht; das indonesische Tourismusministerium teilte mit, dass eine Entscheidung erst Ende des Jahres fallen werde.

Die Behörden beklagen schon länger Auswüchse des Tourismus auf der Insel. So seien Zigaretten achtlos weggeworfen worden, was einen Waldbrand ausgelöst habe. Auch seien Warane gestohlen worden. Die Regierung will nun mehrere Millionen Euro in ein Schutzprogramm investieren. Das Programm sieht unter anderem die zeitweise Umsiedlung der Lokalbevölkerung vor, was zu Protesten in der Region führt. Die Menschen befürchten, ihre Heimat zu verlieren - obwohl sie viel für den Erhalt der Insel beigetragen hätten. Der Komodo-Nationalpark umfasst die Inseln Komodo, Rinca und Padar sowie zahlreiche kleinere Inseln. 1991 wurde der Komodo-Nationalpark als Unesco-Weltnaturerbe anerkannt. Rinca und Padar sollen weiterhin besucht werden dürfen.

© SZ vom 25.07.2019 / SZ

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