Aber noch immer lehnt der vergiftete Liebhaber wie ein Dandy an der weiß gekalkten Kellerwand im Kapuzinerkloster hinter der alten Stadtmauer. Er trägt einen schwarzen, rot gepunkteten Schal um den knochigen Hals und blickt die Besucher, seinen Kopf wie zum Gruß lässig vornübergebeugt, aus leeren Augenhöhlen an.

Antonio Prestigiacomo ist nicht der Einzige, der im Reich der Mumien in den Kapuzinerkatakomben von Palermo Bella Figura für die Ewigkeit macht. Etwa 8000 Tote wurden hier seit 1599 mumifiziert. Links und rechts der hohen, gewölbten Gänge hängen sie dicht gedrängt an Eisenhaken, oder ruhen in offenen Holzkisten. Nicht alle sind so gut konserviert wie Antonio Prestigiacomo.

Foto: apn

1. April 2010, 17:032010-04-01 17:03:00 ©