In den Katakomben von PalermoBella Figura bis zum jüngsten Tag

Schrecklich faszinierend, aber auch ein bisschen unheimlich: In den Katakomben von Palermo sind Mumien aus vier Jahrhunderten ausgestellt.

Antonio Prestigiacomo muss ein schöner Mann gewesen sein. Und er hatte Stil. Mindestens 1,90 Meter groß und von athletischer Figur, pflegte er im eleganten Anzug, das dunkelbraune Haar zurückgekämmt, durch die engen Holpergassen seiner Heimatstadt zu flanieren. Ein Siegertyp, der die Blicke der Frauen auf sich zog. Sonst ist leider nicht allzu viel Gutes über ihn zu berichten.

Denn er war ein Filou, unterhielt eine Affäre mit einer verheirateten Frau: und das im erzkatholischen Palermo, wo man mit Ehebrechern stets kurzen Prozess machte! Er wurde schließlich mit Arsen vergiftet, und zwar nicht vom betrogenen Ehemann, sondern von der Geliebten, weil er sich nach ein paar vergnügten Jährchen aus dem Staub machen wollte.

Das geschah 1844, in Europa dämmerte das industrielle Zeitalter herauf, und in Palermo, wo Antonio Prestigiacomo lebte, herrschte König FerdinandII. mit eiserner Hand. Tempi passati, könnte man sagen.

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1. April 2010, 17:032010-04-01 17:03:00 ©