bedeckt München 17°
vgwortpixel

Griechenland:Glücklich abhängen

Greece Kalymnos climber abseiling in grotto model released Symbolfoto PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxH

Nur für Spinnenmenschen: eine von 2500 Routen, die auf der Insel in den Fels gebohrt wurden.

(Foto: imago/Westend61)

Auf Kalymnos ist jetzt Klettersaison.

Der Ort: Griechische Insel der Dodekanes-Gruppe in der Südlichen Ägäis, früher Hochburg der Schwammtaucher, jetzt der Kletterer.

Warum gerade jetzt? Wenn auf den Badeinseln in der Ägäis die Saison abebbt, geht es auf Kalymnos erst richtig los. Der Herbst ist, zusammen mit dem Frühling, die beste Zeit zum Klettern. An den beliebtesten und am schnellsten erreichbaren Routen muss man manchmal Schlange stehen. Im November aber wird es schon ruhiger. Und das Meer ist immer noch warm genug zum Baden - zumindest wenn man verschwitzt von den Felsen zurückkommt.

Was bringt's? Gebräunte, sehnige Arme. Und extrem gute Laune. Denn entspannter kann ein Sporturlaub kaum sein. Morgens tuckert man auf dem Roller zu den Felswänden, vorbei an weiß getünchten Häusern und blühenden Bougainvilleen. Wer bisher nur in überfüllten städtischen Kletterhallen herumgekraxelt ist, wird sein Glück nicht fassen: Mehr als 2500 Routen wurden auf Kalymnos in den Kalkstein gebohrt, von Anfängerrouten bis zu halsbrecherischen Überhängen für Spinnenmenschen. Wenn man den Kopf ein wenig dreht, blickt man hinunter aufs Meer. Und weil es keinen Rettungshubschrauber gibt, sind die Bohrhaken aus Sicherheitsgründen nur zwei Meter voneinander entfernt. Sehr beruhigend für Einsteiger.

Wen all das nicht in den Fels zu locken vermag, der kurvt einfach eine Zeit lang über die Hügel der Insel, schnuppert dabei den Duft des wilden Thymians, macht Pause und trinkt Kaffee und Ouzo in einer Taverne an einer ruhigen Kiesbucht. Oder er schaut im Nautischen Museum am Hafen in Pothia vorbei und lässt sich die Geschichte der Schwammtaucher erzählen, der Helden des alten Kalymnos. Die neuen Helden trifft man dann abends wieder, bei Fisch und Calamares vom Grill.

© SZ vom 02.11.2017

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite