100 Jahre NationalparkHistorische Bilder aus dem Grand Canyon

Ein spanischer Konquistador sah in der gewaltigen Schlucht nur ein lästiges Hindernis, später wurde der Nationalpark in den USA zum Ziel für Abenteurer und Bergleute - die bald auf Touristenführer umsattelten.

Von Katja Schnitzler

Ein Blick, der fasziniert - nur nicht den ersten Europäer, der den Grand Canyon zu Gesicht bekam: Der Konquistador García López de Cárdenas ließ im Jahr 1540 drei Soldaten die Hänge hinabsteigen, um einen Weg ins Tal zu dem offenbar winzigen Rinnsal dort unten zu finden, wie die Spanier abschätzig meinten - obwohl die einheimischen Führer von einem breiten Fluss sprachen. Doch die Soldaten mussten wieder umkehren: Es war zu steil, Wasser hatten sie auch nicht ausreichend dabei (noch heute ein lebensgefährlicher Touristenfehler). Also urteilte Cárdenas: völlig wertlos, dieser lästige Einschnitt in der Landschaft!

200 Jahre lang kam kein Europäer mehr zu der gigantischen Schlucht, die der Colorado ins Gestein gegraben hatte - hier der Blick in den Beaver Canyon in den 1950er-Jahren. So blieben auch die Stämme der Eingeborenen, die im Frühling und Sommer das Grün am Fluss nutzten, erst einmal unbehelligt.

Bild: NPS/CC-BY-2.0 25. Februar 2019, 18:162019-02-25 18:16:43 © SZ.de/edi/rus