Marree Man, Australien

Als der Buschpilot Trac Smith 1998 in etwa 1000 Metern Höhe das Outback im zentralen Südaustralien überflog, legte er wahrscheinlich eine ungeplante Extrarunde ein. Denn in der rotbraunen Wüstenlandschaft hatte er westlich der Siedlung Marree eine überdimensionale Zeichung entdeckt, die einem Aborigine-Mann mit einem Stock in der Hand ähnlich sah - Zeugnis einer uralten Kultur, das in dem 127.000 Quadratkilometer großen Sperrbezirk Woomera Prohibited Area bisher einfach noch nicht entdeckt worden war?

Bis heute ist der Urheber der 4,2 Kilometer großen Figur im Dunklen geblieben, niemand hat sich zum "Marree Man" bekannt. In zahllosen Spekulationen wurden unter anderem der australische Künstler Bardius Goldberg, eine Gruppe von Bauarbeitern, Mitglieder des australischen Militärs und US-Amerikaner mit dem riesigen Scharrbild in Verbindung gebracht. Fest steht aber, dass der Geoglyph nahe des Salzsees Lake Eyre neueren Datums, sprich im Frühjahr 1998 entstanden ist. Schätzungen zufolge dürfte die Herstellung sechs Wochen gedauert haben und der oder die Künstler ging nicht mit filigranen Mitteln ans Werk.

Bild: online.sdereise 20. April 2012, 15:582012-04-20 15:58:38 © sueddeutsche.de/kaeb/lala