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Gefälschte Lebensläufe von Piloten:Falsche Flieger

Mehr als 200 Piloten haben in China ihre Lebensläufe gefälscht, um eingestellt zu werden. Am häufigsten wurde bei der Flugerfahrung gelogen. Das rückt einen schweren Flugzeugabsturz vor wenigen Wochen in ein ganz anderes Licht.

In China haben nach offiziellen Angaben mehr als 200 Piloten ihre Lebensläufe gefälscht, um eingestellt zu werden. Die Zivilluftfahrtbehörde habe daher eine Untersuchung der Qualifizierung aller Piloten gestartet, teilte die Regierung auf ihrer Nachrichten-Website mit.

Pilot und Copilot im Cockpit einer Boeing

Mehr als 200 Piloten haben ihre Lebensläufe gefälscht - am häufigsten wurde bei der Flugerfahrung geschwindelt.

(Foto: AP-SZ)

Demnach schönten in den Jahren 2008 und 2009 mehr als 200 Piloten ihre Lebensläufe und übertrieben dabei unter anderem bei den Angaben zu ihrer Flugerfahrung. Bei einigen handle es sich um ehemalige Armeepiloten, die in die zivile Luftfahrt wechselten.

Nach dem Auffliegen der Fälschungen seien viele von ihnen neu untersucht und in Schulungen geschickt worden. Die Hälfte der beschuldigten Piloten war den Angaben zufolge bei der Fluggesellschaft Shenzhen Airlines beschäftigt, deren Tochtergesellschaft Henan Airlines am 24. August einen schweren Flugzeugabsturz verzeichnete.

Die Henan-Airlines-Maschine war in der Provinz Heilongjiang über die Landebahn hinausgeschossen und verunglückt. 42 Insassen kamen ums Leben.Der Regierung zufolge konzentrieren sich die Ermittler auf einen Pilotenfehler als mögliche Ursache für das Unglück.

Nach dem Absturz hatten die chinesischen Behörden bereits eine Untersuchung der 1300 Maschinen zählenden Linienflugzeug-Flotte des Landes eingeleitet. Die Regierung kündigte an, auch die Qualifizierungen anderer Angestellter der Luftfahrt zu untersuchen, etwa von Ausbildern, Fluglotsen und Instandsetzern.

© sueddeutsche.de/AFP/juwe/pfau

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