Frühling auf Sizilien:Regionale Küche und Weine

Im vergangenen Jahr ergoss sich dreimal ein sechs Kilometer langer Lavastrom in die umliegenden Täler. Der sorgte stets für große Aufmerksamkeit, aber nicht für größere Schäden.

Mit kompetenten Führern kommt man im Sommer auf abenteuerlichen Trekkingtouren dem Gipfel von 3350 Metern so nah wie möglich. Manchmal ist das Lavagestein sogar noch warm. Wer auf den anstrengenden, nicht immer ganz ungefährlichen Marsch verzichten möchte, schafft es mit der Seilbahn auf immerhin 2500 Meter Höhe.

Muss man aber nicht, denn selbst die Erkundung Taorminas kann zu einer kleinen Bergwanderung werden. Der ursprüngliche Ortskern erhebt sich etwa 200 Meter über dem Meer. In den vergangenen Jahrzehnten entstand daraus Siziliens bekanntester und bestorganisierter Ferienort mit etwa 6000 Betten. Den Höhenunterschied zum Strand bewältigt eine Seilbahn in nur fünf Minuten.

Aber Sizilien hat noch einiges mehr zu bieten. Besucher erklimmen die atemberaubenden 242 Stufen von Ragusa, um die Kirche Maria delle Scala zu besichtigen, erkunden archäologische Ausgrabungsstätten, die Altstadt Siracusas auf der Halbinsel Ortigia oder bestaunen die Hauptstadt des sizilianischen Barocks, das Unesco-Welterbe Noto.

Arabische Einflüsse im Kochtopf

Zum Erkunden der Insel gehört auch, sich durch die regionalen Küchen und Weinkeller zu kosten. Wirte bringen ihre Fische im Korb an den Tisch und zeigen sie stolz. Arabische Einflüsse führen zu einer Kombination von Salzigem, Nussigem und Süßem und gipfeln in den sensationellen mit Pinienkernen gefüllten Sardinen.

In der Gegend von Messina ist Stockfisch, also getrockneter Kabeljau, das Festessen Nummer eins. Nach einem Erdbeben und einem Tsunami im Jahr 1908 kamen zwei russische Kriegsschiffe vor allen anderen Helfern im Hafen an und verteilten große Mengen an Stockfisch. Daraus und aus Tomaten, Kapern und Oliven entstand das neue Nationalgericht, das nach wie vor mit Sellerie und Kartoffeln serviert wird.

Informationen:

Anreise: Flugverbindungen ab Deutschland gibt es nach Catania und Palermo. Ein Mietwagen ist nicht in jedem Falle erforderlich, weil es ein gut ausgebautes Busnetz und praktische Bahnverbindungen gibt. Pläne sind in den Touristenbüros erhältlich. Tickets lassen sich am Kiosk, in Bars oder in Tabacchi-Geschäften kaufen. Zur Einreise nach Italien genügt ein Personalausweis oder Reisepass.

Reisezeit: Für Inselerkundungen sind Frühling und Herbst ideal. Im Juli/August ist es sehr heiß und vor allem im August auch sehr voll, weil traditionell viele Norditaliener in den Ferien in den Süden fahren.

Unterkunft: Von Agriturismo, also Urlaub auf dem Bauernhof, über einfache Pensionen bis zu Sterne-Hotels ist für jeden Anspruch etwas im Angebot. Frühstück ist meistens inklusive. In den vergangenen Jahren sind die Preise gesunken.

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