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Sicherheitskontrollen am Flughafen:Ist der gläserne Passagier die Zukunft?

Pilotversuche für effizientere Kontrollen gibt es indes - und die Ergebnisse machen durchaus Hoffnung: Am Münchner Flughafen können seit März im Terminal 2 auf zwei von 30 Kontrollspuren bis zu vier Passagiere gleichzeitig ihr Handgepäck aufs Förderband legen. Es gibt mehr Ablageflächen, die Plastikwannen sind größer und müssen nicht mehr von Hand eingesammelt werden. Laptops, Smartphones und Flüssigkeiten dürfen in der Tasche bleiben. Sie werden mit Hilfe von Computertomografen durchleuchtet. Auch die Sicherheits-Scanner für die Passagiere erkennen gefährliche Güter schneller, als es die herkömmliche Technik kann.

Der Test läuft bis Ende des Jahres. Erste Zahlen zeigen schon, dass es tatsächlich zügiger geht: Normalerweise durchlaufen pro Stunde im Schnitt 100 Passagiere die Kontrollen. In der Pilotanlage seien es 250, sagt eine Sprecherin der Regierung von Oberbayern. Der Test läuft unter Alltagsbedingungen: Die Kontrollbänder sind von morgens bis abends in Betrieb. Das Feedback der Passagiere auf die neue Technik sei sehr positiv.

Auch in anderen Flughäfen wird umgebaut: In Frankfurt entsteht ein Anbau für das Hauptterminal, in dem neue Kontrollspuren Platz finden sollen. In Hamburg werden sämtliche Stationen so umgestaltet, dass sie von mehreren Passagieren gleichzeitig genutzt werden können.

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Die Zukunft der Sicherheitskontrollen könnte allerdings auch ganz anders aussehen. Am Flughafen in Luxemburg erprobten Wissenschaftler unlängst ein System, das mit den gängigen Kontrollen nichts mehr zu tun hat. Sensoren im Flughafen erfassen und analysieren das Verhalten der Reisenden und gleichen es mit ihrem Buchungsprofil ab. Der so durchleuchtete Passagier wird einer Risikogruppe zugeordnet - von der Einschätzung hängt ab, wie die weitere Kontrolle verläuft. Es gehe, versprechen die Entwickler, nicht nur darum, Daten zu sammeln.

Die Kontrollen sollen generell schneller und komfortabler werden. Woran sich der von ihnen definierte "Risikostatus" eines Passagiers bemisst, dazu äußern sich die Forscher nur vage. Sie versichern aber, dass "Aspekte wie Hautfarbe oder religiöse Symbole außer Acht" gelassen würden. Der Preis für die Sicherheit ist dann womöglich: der transparente Passagier.

Was darf ins Handgepäck?

Die wichtigsten Vorschriften im Überblick:

Erlaubt sind Flüssigkeiten (dazu gehören auch Zahnpasta, Haargel oder Rasierschaum) nur in einem durchsichtigen Beutel von maximal einem Liter Fassungsvermögen und jeweils verpackt in Behälter, die maximal 100 Milliliter fassen. Medikamente und Spezial- oder Babynahrung, die auf dem Flug gebraucht werden, dürfen auch in größeren Behältern und ohne Plastikbeutel an Bord, ebenso Duty-Free-Artikel in versiegelter Tasche mit Kaufbeleg sowie ein Feuerzeug pro Person.

Verboten sind Messer und Scheren mit einer Klingenlänge von mehr als sechs Zentimetern. Auch kleinere Nagelscheren werden manchmal zurückgewiesen. Rasierklingen, Sportgeräte wie Golfschläger oder Skistöcke sowie Waffen (auch Spielzeugwaffen) sind ebenso untersagt wie Akkuschrauber oder Bohrmaschine.

Ausführliche Informationen gibt es als Download bei der Bundespolizei.

Noch aber stehen Passagiere weiter Schlange. Da helfen nur Geduld und das Beherzigen von Vielfliegertipps: Jacke, Uhr und Gürtel vor der Kontrolle ablegen, Hosentaschen leeren, Laptop und den Beutel mit Flüssigkeiten aufs Band legen, die Warteschlange wählen, in der viele Geschäftsreisende stehen - sie sind routiniert.

Und nicht mit dem Sicherheitspersonal darüber diskutieren, ob die zu große Wasserflasche wirklich weggeworfen werden muss, sondern lieber einen weiteren Vielfliegertipp beherzigen: Eine leere Flasche mit durch die Kontrolle nehmen und sie auf der anderen Seite am Hahn befüllen. Das spart nicht nur Zeit und Nerven. Dass man sich auch Witze über Bomben im Koffer spart, versteht sich eigentlich von selbst.

© SZ vom 23.05.2019/kaeb
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