Regeln fürs HandgepäckFlasche voll

Lesezeit: 2 Min.

Kleine Flüssigkeit, kleiner Beutel: Die Beschränkung könnte bald auch an deutschen Flughäfen fallen.
Kleine Flüssigkeit, kleiner Beutel: Die Beschränkung könnte bald auch an deutschen Flughäfen fallen. Monkey Business 2 via www.imago-images.de/imago images/Shotshop
  • London-Heathrow lockert die Flüssigkeitsregelungen im Handgepäck und erlaubt künftig Behälter mit bis zu zwei Litern statt bisher 100 Millilitern.
  • Moderne CT-Scanner ermöglichen die Lockerung, da sie Flüssigkeiten dreidimensional analysieren und Gefahrstoffe besser identifizieren können als herkömmliche Röntgengeräte.
  • Auch andere europäische Flughäfen wie Mailand, Rom und Barcelona haben bereits gelockert, deutsche Flughäfen empfehlen weiterhin die 100-Milliliter-Regel.
Von der Redaktion überprüft

Dieser Text wurde mit der Unterstützung einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt. Lesen Sie mehr über unseren Umgang mit KI.

Fanden Sie diese Zusammenfassung hilfreich?
Mehr Feedback geben

In London-Heathrow dürfen die Passagiere künftig wieder deutlich mehr Flüssigkeit mit ins Handgepäck nehmen. Andere europäische Flughäfen ziehen nach.

Von Stefan Fischer

London-Heathrow, neben Istanbul-Airport der Flughafen mit den meisten Passagieren in Europa, lockert seine Regelungen für Flüssigkeiten im Handgepäck deutlich. Reisende dürfen die Sicherheitskontrolle fortan mit Behältern passieren, die bis zu zwei Liter fassen. Damit endet in Heathrow eine Beschränkung, die dort seit 20 Jahren galt und an den meisten Flughäfen weltweit nach wie vor gilt: Bekanntermaßen dürfen Reisende Flüssigkeiten im Handgepäck nur in Behältern mit einem Fassungsvermögen von maximal 100 Millilitern mitführen, in einem transparenten, wiederverschließbaren Beutel mit höchstens einem Liter Volumen. Die EU, zu der das Vereinigte Königreich damals noch gehörte, hatte nach einem in Großbritannien vereitelten Anschlagsplan 2006 die Mitnahme von Flüssigkeiten im Handgepäck stark begrenzt, viele weitere Länder haben diese Regelung übernommen. Dadurch soll verhindert werden, dass flüssiger Sprengstoff oder Komponenten davon an Bord geschmuggelt werden.

Auch am Münchner Flughafen sind die CT-Scanner an einigen Kontrollstellen bereits im Einsatz.
Auch am Münchner Flughafen sind die CT-Scanner an einigen Kontrollstellen bereits im Einsatz. IMAGO/Michael Bihlmayer/IMAGO/Bihlmayerfotografie

Diese potenzielle Gefahr besteht nach wie vor. Inzwischen kommen bei Sicherheitskontrollen jedoch vermehrt Computertomografie-Scanner zum Einsatz, mit denen es unter anderem möglich ist, die Dichte von Flüssigkeiten, Gelen und Aerosolen zu bestimmen und sie als Gefahrstoffe zu identifizieren. Diese CT-Scanner liefern anders als herkömmliche Durchleuchtungsmethoden keine zweidimensionalen Röntgenbilder in der Draufsicht, sondern dreidimensionale Ansichten der Gepäckstücke, weshalb Flüssigkeitsbehälter und auch Laptops in Heathrow nicht mehr separat aufs Förderband der Sicherheitskontrollen gelegt werden müssen. Die Abfertigung soll dadurch merklich beschleunigt werden.

Inspiration für den Kurz-Urlaub
:Schöne Städte für ein langes Wochenende

Unsere Autorinnen und Autoren schreiben über sehenswerte Städte – und geben Tipps, was sich dort wirklich lohnt. Alle Episoden der Serie „Kurz nach …“.

Die EU und Großbritannien haben im vergangenen Juli CT-Scanner-Modelle für die Kontrolle des Handgepäcks an Flughäfen zugelassen. In Heathrow sind sie inzwischen an allen vier Terminals im Einsatz. Der Londoner Flughafen ist nicht der erste in Europa, an dem die 100-Milliliter-Regelung fällt – aber der bedeutsamste. So können beispielsweise auch in Mailand-Malpensa (Terminal 1) und Mailand-Linate Zwei-Liter-Flaschen ins Handgepäck, außerdem in Rom-Fiumicino, Barcelona-El Prat (Terminal 1), Madrid-Barajas, Birmingham, Edinburgh, Krakau, Vilnius, Bologna und Turin.

Am Flughafen in London-Heathrow muss man künftig bei der Gepäckkontrolle auch seinen Laptop nicht mehr auspacken.
Am Flughafen in London-Heathrow muss man künftig bei der Gepäckkontrolle auch seinen Laptop nicht mehr auspacken. Alishia Abodunde/Getty Images

An Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt am Main sind bereits ebenfalls einige CT-Scanner im Einsatz, an denen die Mitnahme der deutlich größeren Flüssigkeitsbehälter erlaubt ist. Auf der Homepage des Flughafens heißt es jedoch: Da nicht vorhersehbar sei, welche Kontrollstelle man passiere, „empfehlen wir weiterhin, die allgemeine Regelung (max. 100 ml pro Behälter im 1-Liter-Beutel) einzuhalten, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten“. In München sind derzeit 15 Kontrollspuren im Terminal 2 und fünf im Terminal 1 mit CT-Scannern ausgestattet. Die jeweils geltende Flüssigkeitsregelung ist an allen Kontrollstellen ausgeschildert.

Wichtig zu beachten ist für Reisende, und deshalb sollten sie sich auf den Webseiten der Flughäfen informieren: Auch wenn dort, wo man abfliegt, moderne Scanner genutzt werden, kann auf dem Rückflug eine konventionelle Kontrolle erfolgen: Was von München nach Mallorca ins Handgepäck darf, ist nicht zwingend auch von Mallorca nach München erlaubt.

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Fragen des Jahres
:Wohin könnte man 2026 reisen?

Durchatmen und sich treiben lassen, zur Ruhe kommen und wieder Inspiration finden: Nirgendwo geht das besser als in der Natur – egal ob in mystischen Wäldern, an weiten Meeresufern oder schwarzen Vulkanwüsten. Unsere Vorschläge für Reiseziele im neuen Jahr.

SZ PlusVon SZ-Autorinnen und -Autoren

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: