bedeckt München 18°

Flug-Erlebnisse unter Passagieren:"Schätzelein, sitzt du neben dat Scheich?"

Passagiere ohne Taktgefühl rauben ihren Mitreisenden im Flugzeug den letzten Nerv. Andere hingegen würden sich von ihrem Sitznachbarn am liebsten gar nicht mehr trennen.

16 Bilder

Commerce And Industry Thrive In Dubai

Quelle: Getty Images

1 / 16

Passagiere ohne Taktgefühl rauben ihren Mitreisenden im Flugzeug den letzten Nerv. Andere hingegen würden sich von ihrem Sitznachbarn am liebsten gar nicht mehr trennen. Süddeutsche.de-Leser berichteten von zwischenmenschlichen Erlebnissen im Flugzeug - eine Auswahl.

"Urlaubsflug nach Asien mit Zwischenstopp in Abu Dhabi. Dort steigen neben den deutschen Passagieren viele Fluggäste aus den Emiraten in traditioneller Kleidung ein. In der Reihe vor meinem Mann und mir nimmt ein einheimischer Passagier im weißen Gewand Platz. Da steuert ein deutsches Pärchen auf unsere Reihe zu: Er im Netzunterhemd mit hervorquellendem Brusthaar, Shorts und weißen Socken in Birkenstocksandalen; sie ist eine gebräunte Kunstblondine in Hotpants und mit tiefem Ausschnitt, beide Anfang 50. Schon von Weitem hat er seine Plätze ausgemacht und brüllt gut hörbar durch den halben Flieger: 'Schätzelein! Willst Du neben dat Scheich sitzen oder soll isch?'"

Nonnen

Quelle: AFP

2 / 16

"Auf dem Nebensitz sitzt eine sehr junge Frau (offenbar aus Indien), schüchtern, zurückhaltend und nett. Während des Fluges schläft sie ein, leise schnarchend. Kein Problem, ich habe schon Schlimmeres erlebt. Dann sackt ihr Kopf auf meine Schulter. Bei Turbulenzen über den Alpen macht sie es sich an meiner Schulter erst richtig gemütlich, umgreift meinen Oberarm und schmiegt sich an - alles ohne aufzuwachen! Kurz vor der Landung weckt sie die Kapitänsdurchsage. Sie war dann doch unangenehm berührt ob ihrer unbewussten körperlichen Nähe zu mir als völlig Fremden, bedankte sich aber mit einem schüchternen Lächeln. Dass es ihr gar so peinlich war, lag wohl auch daran, dass sie eine katholische Ordensschwester war."

Basel Tattoo Pipes and Drums Festival in Basel

Quelle: dpa

3 / 16

"Von Frankfurt nach Seattle genießt mein Sitznachbar (Amerikaner) ein billiges Bier nach dem anderen, ebenso das Musikprogramm über Kopfhörer. Den Takt trommelt er auf dem Klapptisch mit. Die gesamten elf Flugstunden lang."

Ihr Sitznachbar war ebenfalls denkwürdig? Schreiben Sie Ihre Erfahrung hier auf.

Kolonialherr im Film in den 1930'er Jahren

Quelle: Scherl

4 / 16

"Einmal saß ein Großwildjäger aus Bayern neben mir. Der Herr hatte selbst großwildartige Ausmaße. Er war sehr nett und sehr eloquent. Leider war er von der Jagd dermaßen erschöpft, dass er im Schlaf ständig seinen Kopf auf meine Schulter legte und mir laut ins Ohr schnarchte. Ich selbst hing mit dem Oberkörper im Gang. Nach einer harten halben Stunde hatte ein aufmerksamer Flugbegleiter meine Notlage erkannt und, man mag es nicht glauben, rettete mich mit einem Platz in der Business-Class. Beim Aussteigen traf ich meinen Ex-Nachbarn wieder, wie gesagt im Wachzustand ein netter Mann, der mich im Flughafen noch mit mehreren Getränken für meine Leiden entschädigte."

Im Bild: Großwildjäger und Kolonialherr im Film in den 1930er Jahren

California Governor Brown Speaks At Boeing Facility During Debut Of New 787 Dreamliner

Quelle: AFP

5 / 16

"Nachdem ich mein Handgepäck in einem der Fächer über mir verstaut hatte, nahm ein Herr meinen Koffer heraus und stellte ihn auf den Boden. Ich fragte ihn, ob er den Koffer auch wieder zurücklegen würde. Er verneinte: Schließlich habe er den Sitzplatz und das dazugehörige Gepäckfach für sein Gepäck reserviert."

mann mit rose

Quelle: iStockphoto

6 / 16

"Flug Boston-Zürich: Ich unterhielt mich glänzend mit meinem männlichen Sitznachbarn, wir lachten viel. Irgendwann schlief ich ein und erwachte erst kurz vor dem Aussteigen. Am Gepäckband sagte die Frau, die neben mir gesessen hatte: 'Sie haben aber einen netten Mann.' 'Ich bin nicht verheiratet', erwiderte ich verblüfft. 'Ich dachte, Ihr Sitznachbar wäre Ihr Mann, weil er sich so lieb um Sie gekümmert hat.' Sie erzählte mir, dass er mir immer wieder die Decke und Kissen gerichtet habe, während ich schlief. Als das Essen kam, habe er mir vorsichtig an die Schläfe geblasen, um zu sehen, wie tief ich schlummerte. Dann meinte er: 'Wahrscheinlich will sie lieber schlafen, aber ich hebe ihr den Käse und das Brot auf. Vielleicht hat sie später Hunger.' Leider habe ich diesen Mann nie wiedergesehen."

To match feature SWISS-BRAND/

Quelle: Reuters

7 / 16

"Berlin nach Baden-Baden: Leider nur Mittelplatz in der Dreierreihe. Der Mann (mit Rolex-Uhr) am Fenster ist bei der Arbeit, will offensichtlich seine Ruhe. Der Mann am Gang (Panerai-Uhr) will sich über teure Uhren unterhalten, sieht meine 'Citizen' und spricht über mich hinweg die 'Rolex' an. Der will aber nicht. Ich möchte eigentlich schlafen. Deshalb sage ich zu 'Panerai': 'Dass Sie sich mit DIESER Uhr in einen Flieger trauen, wo doch bekannt ist, dass bei Druckschwankungen die Rubine in der Uhr implodieren können.' 'Rolex' verschluckt sich fast, 'Panerai' verstummt für den Rest des Fluges. Beim Aussteigen bekomme ich einen anerkennenden Schulterklopfer von 'Rolex', der in Ruhe arbeiten konnte."

Hermann Hesse

Quelle: dpa

8 / 16

"In Philadelphia setzte sich ein jüngerer Mann neben mich, der sich als indischer Mathematiker mit dem Ziel Mainz vorstellte. Wir unterhielten uns über Gottesteilchen, Heidegger und Hermann Hesse. Letzteren begriff ich erst in diesem Gespräch, kam er mir doch bislang oft so blumenhaft asiatisch vor. Ich war begeistert von meinem universell bewanderten Nachbarn."

Im Foto: Hermann Hesse bei der Lektüre in seinem Arbeitzimmer in Montagnola

Spain's players sit on the bench during game against the U.S. at their men's gold medal  basketball match at the North Greenwich Arena in London during the London 2012 Olympic Games

Quelle: REUTERS

9 / 16

"Ich gehöre schon zu den Menschen, für die Sitzplätze in Flugzeugen nicht ausgelegt sind. Aber auf einem Flug nach Madrid war ich von Passagieren umringt, die mich um mindestens einen Kopf überragten: eine Basketballmannschaft. Keiner der Spieler hatte eine Chance, sich normal in die Sitze zu zwängen, alle mussten auf Gangplätze."

Was haben Sie mit Ihrem Sitznachbarn erlebt?

A wheat field is pictured at Yby Pyta city

Quelle: REUTERS

10 / 16

"Vor acht Jahren lernte ich auf einem Rückflug von Colombo nach Frankfurt in der Business Class einen Geschäftsmann kennen, der weltweit günstig Agrarland aufkauft. Er überzeugte mich von der glänzenden Zukunft im Agrarsektor. Ich investierte 100.000 Euro und bin im vergangenen Jahr ausgestiegen. Mein Land wurde für 900.000 US-Dollar verkauft. Ich bin der Fluggesellschaft seitdem treu geblieben."

Flöte Blockflöte flute piper recorder

Quelle: iStockphoto

11 / 16

"Flug London-Miami: Neben mir saß ein äußerst netter Herr, der mir half, mein Handgepäck zu verstauen. Allerdings spielte er den ganzen Flug lang Blockflöte. Und das nicht mal besonders schön."

Angst

Quelle: iStockphoto

12 / 16

"Flug von München nach Portugal. Ich freue mich schon auf den Strand, meine Sitznachbarin jedoch guckt finster und sagt kein Wort. Erst als wir gelandet sind und auf fester Position am Airport Faro stehen, wendet sie sich lächelnd zu mir und sagt 'Geschafft!', als hätte sie den Flieger alleine hergeschoben. Sie hatte wohl die ganze Zeit vor Angst kein Wort rausgebracht."

gipsbein 560

Quelle: iStockphoto

13 / 16

"Mit gebrochenem Bein hatte ich zum Glück noch einen Gangplatz von Bogotá nach Paris bekommen. Die Mutter neben mir wollte aber unbedingt am Gang sitzen, damit sie sich um ihren Sohn (etwa fünf Jahre) kümmern konnte. Sonst müsste sie mich ständig bitten aufzustehen, das wäre ja nicht gut. Der besagte Sohn saß hinter uns. Neben seinem Vater."

Besten Plätze im Flugzeug Sitzplätze Tipps

Quelle: Roman Sigaev - Fotolia

14 / 16

"Unangenehm finde ich die Leute, die zu viel Alkohol trinken und dauernd austreten müssen. Beim Anstehen rücken viele ihren Mitreisenden, die ohnehin Pech mit ihren Plätzen nah an der Toilette haben, unangemessen auf die Pelle. Und lehnen sich an die Kopfstütze, selbst wenn der Sitzinhaber zu schlafen versucht."

Erster Pokerclub auf dem Kiez

Quelle: dpa

15 / 16

"Flug San Francisco - Frankfurt: Neben mir saß ein etwa zehnjähriger, allein reisender Junge. Es war mir gelungen, einzuschlafen. Plötzlich wurde ich durch einen Stoß in die Seite wieder wach, der Junge fragte: 'Kannst Du auch nicht schlafen? Können wir vielleicht Mau-Mau spielen?' Auf diesem Flug habe ich stundenlang Karten gespielt, aber kein Auge mehr zugetan."

Hochzeit

Quelle: dpa

16 / 16

"Ich hatte vor zehn Jahren auf einem kurzen Flug von München nach Genf einen charmanten jungen Mann als Sitznachbarn. Wir sind nun schon seit acht Jahren glücklich verheiratet und haben zwei Kinder."

Unvergesslich schön oder kaum auszuhalten - was haben Sie mit Ihrem Sitznachbarn erlebt?

© Süddeutsche.de/kaeb/rus
Zur SZ-Startseite