Kolumne "Ende der Reise":Flieger, zur Sonne!

Flug über Palmen

Mallorca, Athen, Palermo? Die Flieger starten wieder. Doch bei einigen Airlines ist Sparen angesagt.

(Foto: Gene J. Puskar/dpa)

Dass wieder mehr geflogen wird, ist auch eine gute Nachricht - kuriose Randnotizen inklusive.

Glosse von Hans Gasser

Ja, jetzt gehen sie wieder in die Luft! Die weißen Kondensstreifen mehren sich am Himmel, es wird wieder mehr geflogen! Nach Mallorca, nach Athen, nach Palermo. Zwar stehen immer noch viele Flugzeuge auf irgendwelchen Flughäfen in der Wüste herum, da das Flugaufkommen natürlich noch lange nicht die gigantischen Ausmaße angenommen hat, die es vor der Pandemie hatte. Sollte es vielleicht auch nicht, werden Gegner des Klimawandels sagen.

Aber dass wieder geflogen wird, ist eine gute Nachricht. Erstens, weil es uns das Gefühl der Freiheit zurückgibt, selbst wenn man gerade nicht fliegt - man könnte ja mal wieder hierhin und dorthin! Und zweitens gibt es mit zunehmendem Flugverkehr auch wieder jede Menge kuriose Nachrichten aus der einstmals stolzen Branche.

So zum Beispiel aus China. Am Wochenende sei dort, in der Stadt Chengdu, ein neuer Riesen-Flughafen eröffnet worden. Der Tianfu International Airport könne, wie der Spiegel süffisant bemerkt, ein Drittel mehr Passagiere abfertigen wie der BER und sei fast drei Mal so schnell fertig geworden. Chapeau!, muss man sagen, auch wenn wir derzeit diese Kathedrale der Mobilität wegen des Einreiseverbots nach China noch nicht besichtigen können. Zumindest aber scheint man dort damit zu rechnen, dass es bald wieder internationale Flüge in größerem Ausmaß geben wird.

Bei der Lufthansa hingegen ist derzeit eher noch Sparen angesagt, was die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter erzürnt. Ihr Arbeitgeber will nämlich aus bestimmten Flugzeugen die "Mobility Crew Rest"-Abteile ausbauen, um dort Fracht transportieren zu können. Statt in diesen räumlich abgetrennten Bereichen soll sich die Crew auf Langstrecken von ihrer anstrengenden Tätigkeit des Tomatensaft- und Essen-Servierens in hundsgemeinen Holzklasse-Sitzen inmitten der Passagiere ausruhen. Die Gewerkschaft Ufo läuft Sturm dagegen. Richtig so. Wo kämen wir da hin, wenn plötzlich im Passagierraum Bananenkisten transportiert würden, auf Kosten übermüdeter Stewardessen!

Aber es gibt auch gute Nachrichten von der deutschen Kranich-Airline. Zumindest für jene, die sich immer schon gefragt haben, warum es bis zu vier tägliche Flugverbindungen zwischen Nürnberg und München geben muss. Nachdem LH-Chef Carsten Spohr jahrelang betonte, er würde diesen umstrittenen "kurzen Hüpfer" lieber heute als morgen aufgeben, es gehe aber wegen der damals vom Franz Josef Strauß vergessenen Bahnanbindung des Münchner Flughafens nicht, geht es auf einmal doch. Ab sofort werden Umsteigepassagiere mit einem Expressbus von Nürnberg nach München gebracht. Wenigstens diese Kondensstreifen wird wohl kaum jemand vermissen.

© SZ
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