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Ferienzeit:Macht doch Urlaub, wie ihr wollt!

Verpönte Urlaubsformen - in Postkartenskizzen

(Foto: Illustration Jessy Asmus für SZ.de)

Wer zugibt, die Ferien daheim, bei der Familie oder gar All-inclusive zu verbringen, wird oft belächelt. Eine kleine Ehrenrettung verpönter Urlaubsformen.

Längst hat der gesellschaftliche Optimierungswahn den Urlaub erreicht. Trekking durch Südkasachstan, Weltreise mit 15 Zwischenstopps oder Ayurverda-Retreat auf Sri Lanka - wer nicht das Maximum rausholt aus seinen freien Tagen, muss damit rechnen, dass die Kollegen und Bekannten mitleidig schauen und "Dann trotzdem viel Spaß..." wünschen.

Dabei sind gerade die unterschätzten Urlaubsformen oft die schönsten. Allein schon, weil sie nicht mit Erwartungen überfrachtet werden. Eine Ehrenrettung:

All-Inclusive-Pauschalurlaub

Eine Reise wie ein endloses Buffet: All-Inclusive.

(Foto: Illustration Jessy Asmus für SZ.de)

Was die anderen denken

Zwei Wochen in einer seelenlosen Bettenburg mit Animationsprogramm und Plastikarmbändchen? Für mich wäre das ja Horror.

Was dran sein könnte

Der "Ich bin ja ach so individuell"-Reisende wird hier natürlich nicht glücklich. Und von Land und Leuten bekommen Pauschalurlauber sicher nicht besonders viel mit, wenn sie zwischen Hotelzimmer, Speisesaal und Pool-Liege pendeln.

Warum es trotzdem super wird

Weil man sich um nichts, aber auch gar nichts kümmern muss! Ferien bei den Mainzelmännchen quasi: Regelmäßig türmen sich Essensberge auf den Buffettischen, das Bett macht sich wie von selbst, frische Handtücher und ein geputztes Bad, ohne auch nur einen Finger zu krümmen. Gerade für Menschen, die sich daheim den lieben langen Tag um nichts anderes kümmern als sich zu kümmern, gleicht ein Pauschalurlaub dem Paradies.

Und auch das Hirn kann dank Inklusiv-Paket einmal ganz heruntergefahren werden. Weder ans Portemonnaie noch an den Stadtplan muss man mehr denken, keine fremdsprachigen Speisekarten entziffern, keine Fahrpläne studieren.

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Hotels, Restaurants, Sehenswürdigkeiten - alles wird von Urlaubern bewertet. Warum wir uns davon wenig versprechen sollten.   Von Sarah Schmidt

Besonders schön ist es ...

... sich im Urlaub einfach mal nur auf eines zu konzentrieren: die Erholung. Frei von Sorgen und Pflichten in den Tag hineinzuleben - das ist pures Prinzessinnen-Gefühl. Sollen die Individual-Urlauber doch ihren schweren Rucksack durch abgelegene Ortschaften schleppen. Sollen sie doch auf der Suche nach einem garantiert traditionellen Restaurant hungern (oder dann doch wieder bei McDonalds landen). Sollen sie sich doch zoffen, wer die schrammelige Airbnb-Unterkunft ausgesucht hat und wer sich ("einfach der Nase nach") im staubigen Nirgendwo verirrt hat. Spätestens am Flughafen sieht man sich dann wieder - und wer dann entspannter zurückkommt, ist ja wohl klar.

Sarah Schmidt