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Etihad steigt bei Air Berlin ein:Preiskrieg auf der Strecke nach Nahost

Das Geld des Emirs macht's möglich: Durch den Einstieg der arabischen Airline Etihad fliegt Air Berlin billiger in den Nahen Osten - die Mitbewerber versuchen, das zu unterbieten.

Die Golf-Fluglinie Etihad steigt bei Air Berlin ein - und die Preise für Flüge in den Nahen Osten purzeln. Von einem "Preiskrieg" berichtet der Spiegel.

File photo of Hartmut Mehdorn and James Hogan posing for the media during a news conference in Berlin

Kooperieren und posieren: Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn und James Hogan von Etihad.

(Foto: REUTERS)

Hin und zurück kommen Passagiere wegen eines Sonderangebots für 199 Euro, weil die deutsche Airline von Sonntag dieser Woche an viermal wöchentlich nach Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten fliegt, dem Drehkreuz ihres neuen Partners. Von dort können sie Richtung Afrika, Australien oder Asien weiterfliegen.

Etihad, gegründet mit den Millionen des Emirs von Abu Dhabi, will etwas mehr als 29 Prozent an Air Berlin kaufen. Obwohl der Deal noch gar nicht offiziell ist, haben die Mitbewerber schon zeitlich befristete Sonderaktionen ausgerufen. Die Etihad-Rivalen vom Golf, Emirates und Qatar Airways, bieten nun zum Beispiel Flüge von Deutschland über Dubai nach Afrika für knapp 500 Euro an, mit Qatar über Doha nach Singapur soll es nur knapp 600 Euro kosten.

Viel gemeinsam haben die beiden Fluglinien nicht. Während Air Berlin lange vor allem als günstiges "Mallorca-Shuttle" bekannt war und erst seit wenigen Jahren auch um Geschäftsreisende wirbt, hat Etihad höhere Ziele. Nagelneue Flugzeuge, noble Vielflieger-Lounges und teure Sponsoring-Verträge wie beim englischen Fußballclub Manchester City untermauern den Anspruch. Manche Experten aus der Luftfahrtbranche fragen sich deshalb, was Etihad mit dem Kauf bezweckt.