Im Gespräch

Während andernorts das Thema "Wetter" als Scheitern in der hohen Kunst des Smalltalks angesehen wird, sind Wind, Sonne und Regen jeder Art in England ein legitimes Mittel, um keine unangenehme Gesprächspause aufkommen zu lassen. Zum Glück ist das Wetter abwechslungsreich genug, um eine Unterhaltung am Laufen zu halten. Als normales kommunikatives Schmiermittel werden zudem "please" und "thank you" angesehen und erwartet. Wechselt Ihr Gegenüber plötzlich das Thema, könnten Sie etwas Unangenehmes angesprochen haben. Und: Auch in der Unterhaltung ist Vordrängen verpönt, also unterbrechen Sie Ihre Gesprächspartner nicht.

Diese finden Sie eher im Pub an der Ecke, während anlasslose und damit erzwungene Kommunikation im Bus oder Park beim Briten nur einen Eindruck hinterlässt: Dass er nicht nur einen Wildfremden, sondern vielleicht sogar einen verrückten Wilden vor sich hat, dem mit größtmöglicher Reserviertheit zu begegnen ist.

Falls Sie eine noch so kleine Bitte haben, überlegen Sie, wie Sie diese möglichst höflich formulieren könnten - und packen dann noch ein paar sprachliche Schnörkel drauf: "Could you do me a favour ..., please?" und "Would you be so kind ..., please?". So kommen Sie ohne Fauxpas an das Salz am anderen Ende des Tisches.

Bild: AFP 16. Mai 2018, 05:202018-05-16 05:20:08 © SZ.de/mkoh/sks