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Emirates Palace in Abu Dhabi:Dekadent? Niemals!

In der muslimisch geprägten Golfregion ist Weihnachten durch den hohen Anteil westlicher Arbeitskräfte auch optisch überaus präsent. Allerdings musste die Hotelleitung inzwischen selbstkritisch einräumen, die Tradition des Weihnachtsbaumes mit derlei Opulenz ein wenig überfrachtet zu haben. Man habe aber lediglich die Feststimmung der Gäste beflügeln wollen. Gäste, die ohne Zögern für eine Suite 2700 US-Dollar aufwärts die Nacht bezahlen und sich wie unlängst ein britischer Geschäftsmann gleich für ein halbes Jahr einquartieren.

Abu Dhabi

Scheich Zayed Moschee

Denen erscheinen blattgoldverzierte Decken in den Gemächern keineswegs als dekadent. Da dürfte auch die Tatsache, dass man den Christbaumschmuck nicht als Weihnachtsgeschenk in letzter Minute käuflich erwerben kann, nicht weiter von Bedeutung sein. Schließlich hat das Hotel für privilegierte Last-Minute-Shopper in der Lobby seit Mai dieses Jahres den ersten Automaten aufgestellt, der kleine Goldbarren quasi im Vorübergehen ausspuckt. Geschenkbox inklusive.

Die Gold-to-go-Maschine ist eine deutsche Erfindung. Der Reutlinger Edelmetallhändler Ex Oriente Lux AG hatte das goldfarbene, wie ein Parkscheinautomat aussehende Gerät zunächst nur als Werbegag geplant, um den Internetgroßhandel mit Gold anzukurbeln. Nachdem allerdings binnen kürzester Zeit Gold im Wert von mehr als einer halben Million US-Dollar gezogen worden war, hat das Unternehmen inzwischen auch in Deutschland elf Gold-to-go-Geräte aufgestellt.

Das Prozedere ist simpel und erinnert ein wenig an den guten alten Kaugummi-Automaten: Geld rein, Ware rausnehmen. Im Emirates Palace ist das Automatengold zumeist mehr Geschenkidee und Souvenir als professionelle Geldanlage, enthalten einige der Goldplättchen doch auch das eingeprägte Logo des Luxushotels. Für potentielle Geldwäscher dürfte die Gold-Maschine ebenfalls völlig unlukrativ sein, denn schon ab 1000 Euro will sie den Pass scannen. 24-karätige Goldbarren von 2,5 bis hundert Gramm und einschlägige Goldmünzen von Krügerrand bis Maple Leaf stehen zur Wahl. Der Mindesteinsatz beginnt bei etwa 130 US-Dollar, je nach Weltmarktpreis, den die Maschine alle zehnMinuten neu errechnet.

Ob das nun das ultimative Geschenk ist für Leute, die sich sonst alles kaufen können, mag dahingestellt sein. Wie sagte ein Manager eines anderen Lusxushotels erst kürzlich: "Was wir unseren Gästen bieten, ist vor allem etwas, das sich keiner von ihnen sonst kaufen kann: Zeit, um das Leben zu genießen."