Ehemalige Olympia-Orte:Von Innsbruck bis Sotschi

Schlemmen über Innsbruck

Die Münchner haben ihr Olympiastadion, die Wiener ihren Stephansdom - und die Innsbrucker ihre Bergisel-Schanze. Das kommt jetzt vielleicht ein wenig provinziell rüber, sagt aber mehr über den Stellenwert des Skispringens in Österreich aus als über den Charakter der Stadt. Schließlich hat den kobraähnlichen Bau in seiner derzeitigen Form nicht irgendein Architekt entworfen, sondern Zaha Hadid. Außerdem ist die Schanze gewissermaßen die Kathedrale des Wintersports; Papst Johannes Paul II. hat hier sogar einmal eine Messe gefeiert.

Das Beste ist freilich, dass der Turm auch im Winter nicht allein den Skispringern vorbehalten bleibt, sondern ein Restaurant beherbergt. So kann sich dort jeder Sportmuffel während eines Frühstücks beim Blick aus den Fensterfronten zumindest vorstellen, wie das so wäre: auf zwei langen Brettern der kleinen Stadt im Kessel da unten entgegenzufliegen.

Dominik Prantl

Staunen in Grenoble

Ihren Namen durfte die olympische Eissporthalle in Grenoble nicht behalten, denn nach den Olympischen Winterspielen 1968 wurde das Stade de Glace in Palais des Sports umgetauft. Aber auch wenn die fünf Ringe in der 12 000 Menschen fassenden Halle mit den zwei sich kreuzenden zylindrischen Gewölben nicht mehr dominieren, bekommen Gäste dort noch immer etwas zu sehen und zu hören.

Wo einst die Abschlussfeier stattfand, residiert in diesem Jahr für vier Vorstellungen das Musical "Robin des Bois" (Robin Hood) und spielen Musiker wie Pascal Obispo und Patrick Bruel auf ihren Tourneen. Wo die amerikanische Eiskunstläuferin Peggy Fleming sich einst zu Gold tanzte, feiern im November Artisten das Internationale Zirkusfestival. Und wo Eishockeyspieler 1968 für Action sorgten, lockt im Dezember eine Supercross-Show, bei der waghalsige Motorradfahrer ihre besten Stunts und Sprünge zeigen.

Franz Güntner

Baden in Sotschi

Zum Olympia-Start am Samstag werden für Sotschi-Stadt zehn Grad plus vorhergesagt. Das ist für die im Eisbaden weltweit führenden Russen natürlich eine viel zu hohe Temperatur, um sich ins Schwarze Meer zu stürzen. Für den Gast, der sich zwischen den in Hallen am Meer stattfindenden Eiskunstlauf- und Eishockeybewerben aufwärmen möchte, ist es eine Überlegung wert: ein bisschen Entspannen an der Kaukasischen Riviera? Vielleicht barfuß auf den groben Kieselstränden promenieren, Blickrichtung Istanbul, schräg an den Yachten vorbei gelinst keine 800 Kilometer Luftlinie entfernt? Die Wassertemperatur sinkt selbst im Winter nicht unter sechs Grad Celsius, schließlich ist man hier in der einzigen subtropischen Gegend Russlands. Wem das trotzdem zu frisch ist, der kann im Vorort Macesta Heilbäder im schwefelhaltigen Mineralwasser nehmen. Es soll gegen mindestens 150 Krankheiten helfen.

Hans Gasser

© SZ vom 06.02.2014/cag
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