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Dubai:Mountainbiken im Flow des Eselpfads

Außerhalb von Dubai-Stadt mit seinen Wolkenkratzern entsteht in der Steinwüste gerade ein Mountainbike-Park.

(Foto: Dieter Wertz)

In der Steinwüste außerhalb von Dubai-Stadt hat gerade ein Mountainbike-Park eröffnet. Für aktive Urlauber ist das ein Tagesausflug. Für die Einheimischen noch viel mehr.

Morgens um sechs Uhr an einer Tankstelle außerhalb von Dubai-Stadt. Es ist kühl und, weil die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht besonders groß sind, auch nebelig. "Das wollen wir nutzen, wenn wir raus in die Wüste fahren", sagt Andy Whitaker zur Begrüßung, "sobald die Sonne aufgeht, ist alles anders."

Whitaker ist mit seinem Unternehmen Lava Design im zweitgrößten Emirat der Vereinigten Arabischen Emirate zu Hause - und als begeisterter Mountainbiker auch Präsident des Hot Cog Mountain Bike Club Dubai. Der spielt neuerdings eine wichtige Rolle in einem Kampf, den die Regierung ausgerufen hat. Die staatliche Gesundheitsbehörde will, dass sich die träge gewordenen Söhne und Töchter der Wüste endlich in Bewegung setzen. "Outdoor" heißt heute für viele Dubaier, den täglichen Weg von der klimatisierten Wohnung im klimatisierten Auto zum klimatisierten Büro und zurück zu absolvieren. Die starke Zunahme von Wohlstandskrankheiten wie Fettleibigkeit und Diabetes stellt das Gesundheitssystem vor eine Mammutaufgabe. Wie sollen die Folgen des süßen Lebens eingedämmt werden?

Outdoor - das bedeutet für viele Einheimische, mit dem klimatisierten Auto zu fahren

Die Herrscherfamilie von Dubai zieht alle Register. Das ist erstaunlich, setzte doch Dubai bislang vor allem auf Urlauber, die zum Shoppen und der Sonne wegen kommen. Nun aber findet auch die Outdoor-Vision von Omar Saeed Al Mutaiwei Unterstützung. Der Chef des staatlichen Gemeindezentrums in der Oasenstadt Hatta verfolgt die Idee eines Naturparks für Aktivurlauber. Und der ist in diesem Jahr mit der Fertigstellung eines 53 Kilometer langen Mountainbike-Wegenetzes eröffnet worden. Das soll aber erst der Anfang sein.

Auf der Fahrt dorthin erzählt Andy Whitaker: "Eigentlich sind wir ein überschaubarer Haufen Expats, der einmal in der Woche zum Mountainbiken fährt." Anfangs sei man irgendwo in der Felswüste auf ausgetrampelten Ziegen- und Eselpfaden geradelt. Dann wollte der aus etwa 20 Radlern bestehende harte Klub-Kern mehr. So entstand das etwa 90 Kilometer von Dubai-Stadt entfernt gelegene Trail-Netz in der Shawka-Region - einem vorgelagerten Wadi des schroffen und kargen Hadschar-Felsengebirges. Die Sharja-Kalba Road führt aus Dubai heraus durch das Emirat Schardscha nach Ras al-Khaimah. Zunächst geht es durch flache Sandwüste, irgendwann bergauf. Der Nebel löst sich auf. Die Kühle bleibt - zumindest noch eine Weile.

Schroffe Felsen statt hoher Türme - größer könnte der Kontrast zwischen Dubai-Stadt und dem Hadschar-Gebirge nicht sein.

(Foto: Dieter Wertz)

Unterwegs liegt Shawka, ein Ort im Nirgendwo, der als "Mountainbike-Hotspot Dubais" vermarktet wird. Hier betreiben Philip Ramos und Basel El Malla, ein philippinisch-arabisches Duo, in einem unscheinbaren Zweckbau die Fahrrad-Verleih- und Servicestation Showka Bicycles. Es ist eine wichtige Anlaufstelle für den Hot Cog Club, der hier auch mit Touristen herkommt. Auch aus Dubai-Stadt kommende Rennradler legen an diesem Bikertreff einen Zwischenstopp ein. Hier hat Whitaker Omar Saeed Al Mutaiwei aus der etwa 50 Kilometer weit entfernten Oasenstadt Hatta kennengelernt. Al Mutaiwei fragte den Briten, ob er nicht in seinem Heimatort so etwas wie in Shawka aufziehen könnte. Whitaker war sofort dabei.

Die Straße schlängelt sich durch eine immer gebirgiger werdende Felsenlandschaft, bis schließlich eine weit auseinander gestreckte Ansammlung von Steinhäusern unter Palmen auftaucht: Hatta, das als Exklave zum Emirat Dubai gehört. Manche Touristen kennen den Ort wegen seines Heritage Village, in dem historische Gebäude rekonstruiert wurden. Zu den bekanntesten zählen ein Fort und eine Moschee aus dem 18. Jahrhundert sowie alte Lehmhäuser. Zudem gibt es einen Stausee. In Reiseführern werden sie als Ziel für Tagesausflügler empfohlen.