Die Kandahar in Garmisch

Den Begriff Kandahar verbinden Politik- und Geographie-Interessierte mit einem Ort in Afghanistan, Ski-Cracks denken jedoch an St. Anton und mehr noch an Garmisch-Partenkirchen. Schließlich heißt so eine der anspruchsvollsten Abfahrtsstrecken im alpinen Raum. Ein Grund dafür: Die beim Umbau für die Ski-Weltmeisterschaften 2011 entstandenen 92 Prozent Gefälle bilden den steilsten Streckenabschnitt im gesamten Weltcupzirkus (hier lesen Sie einen Selbsttest auf der Abfahrt). Und auch durch die anderen Passagen zählt die 3300 Meter lange Herrenstrecke, die in einigen Abschnitten parallel zur etwas kürzeren Damenstrecke verläuft, zu den anspruchsvollsten im Rennkalender.

Finden keine Rennen statt, kann sie jeder unter die Bretter nehmen. Vorausgesetzt, man ist kein Anfänger. Die wechseln in Anbetracht der Buckel am Starthang ohnehin lieber gleich auf den Umfahrungsziehweg. Könner jedoch dürfen sich freuen, geht es doch gleich nach dem Start zur Sache. Die erste Herausforderung stellt die enge Einfahrt in den steilen Tröglhang dar, wo echte Profis bei der Ausfahrt in den Schussanger Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern erreichen.

Etwas entspannter geht es dann weiter in den Stegerwald, bis Eishang und Kramersprung einem wieder alles abverlangen. Doch das ganz dicke Ende kommt am Schluss. Kurz vor dem Zielhang befindet sich der steilste Abschnitt der gesamten Strecke: der "Freie Fall". Da kann man sich ja vorstellen, was einen erwartet.

Kurzprofil der Strecke

Start: 1690 m

Ziel: 770 m

Höhenunterschied: 920 m

Länge: 3300 m

Besondere Herausforderungen:

Bis zu 130 Km/h erreichen Profis im ersten Drittel am Tröglhang; etwa in der Mitte fordert der Eishang mit einer Abfolge schwerer Kurven; im letzten Drittel beträgt das Gefälle 92 Prozent.

Mehr Informationen über das Garmischer Skigebiet finden Sie hier.

Bild: Archivbild: dpa 20. Februar 2014, 11:082014-02-20 11:08:11 © Christian Haas/Outsides, eine Sonderveröffentlichung der Süddeutschen Zeitung/kaeb