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Die Dornenlady der Philippinen:Tattoos wie vor 100 Jahren

"Nur Feiglinge haben kein Tattoo", sagt Whang Od.

(Foto: Margit Kohl)

Einst tätowierte sie Kopfjäger, heute hippe Großstädter: Whang Od, die im Norden der Philippinen lebt und vermutlich 95 Jahre alt ist, sticht die Muster mit verdornten Bambuszweigen.

Kathy leidet. Freiwillig. Und deshalb muss sie da jetzt durch. Den Schmerz irgendwie ertragen. Kathy kneift die Augen zu. Nur nicht hinsehen. Das hilft fürs Erste. Denn Whang Od treibt ihr immer wieder einen spitzen Dorn unter die Haut. Hundert Mal pro Minute. Tack, tack, tack klopft die Tattoo-Meisterin im monotonen Takt mit einem Bambusstöckchen auf Kathys Unterarm ein. Mit schmerzverzerrtem Gesicht beißt sich das junge Mädchen auf den Handrücken. Jetzt nur nicht schreien. Für ihr Tattoo hat sich Kathy schließlich das kreisrunde, florale Symbol der Stärke ausgesucht. Die wird sie jetzt auch brauchen, denn die archaische Prozedur in den abgelegenen Cordillera-Bergen auf den Philippinen hat gerade erst begonnen.

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