Die besten Badeorte Still, magisch, abgelegen

Endlich Ferien, und dann auch noch diese Hitze! Nichts wie weg zum Abkühlen, ans Meer, den See oder einen klaren Fluss. Das Dumme ist nur, dass die meisten Badestellen schon allzu bekannt sind. Wir haben dennoch ein paar ganz besondere gefunden.

Die Stille mitten im Schilf

Der beste Strand ist natürlich dort, wo kein Strand ist. Das ist nur auf den ersten Blick paradox, denn: Wo kein Strand ist, sind auch wenig Menschen, und die Sommerruhe nistet sich schnell und heimlich in Körper und Seele ein. Der schönste Nicht-Strand in dieser Hinsicht ist das Ende der Mole von Fertörakos am Neusiedler See. Kurz hinter Eisenstadt im Burgenland geht es hinunter auf die ungarische Seite, dann noch ein paar Kilometer durch Weinberge, und dann: Schilf, nichts als Schilf. Und noch einmal Schilf. Hinter dem Schilf schwappt leise der See, der so flach ist, dass man fast überall hindurchwaten könnte, ohne in Atemnot zu geraten. Gleichwohl schwärmen Segler vom guten Wind, der aus der Steppe kommt, deshalb landen am Ende der Mole von Fertörakos, einem kleinen Dorf mit ein paar Fahrradvermietern und einem Campingplatz, viele Segler an. Sie wissen, was sie tun, denn dort, mitten im See, steht ein altes Holzhaus mit einer großen Terrasse. Auf der kann man sitzen und trinken, über das Wasser schauen, den Möwen und den Schwalben zuschauen und zuhören - und träumen. Kein Lärm stört die Sinne, keine Autos und keine Motorräder, keine Klimaanlagen oder Dieselaggregate, nur die Takelage der Boote klappert im Wind.

Cathrin Kahlweit

Shakespeares goldene Küste

Wer an England denkt, dem kommt wohl nicht als Erstes Strandurlaub in den Sinn, dabei gibt es hier einige der malerischsten Küstenstreifen Westeuropas zu entdecken. Vor Cornwalls Perranporth Beach kann man fast so gut surfen wie in Hawaii. Die Kiesel an der Jurassic Coast von Budleigh Salterton in Dorset sind so perfekt gerundet, als seien sie einzeln von Hand poliert. Und Embleton Bay in Northumbria bietet nicht nur vor Krabben wimmelnde Rockpools, sondern auch die spektakuläre Ruine von Dunstanburgh Castle. Aber der schönste Strand Englands heißt ohne Frage Holkham Beach. Im Norden der Grafschaft Norfolk gelegen, wirkt er so unberührt, dass er in der Schlussszene des Films Shakespeare in Love die Küste Virginias doubeln durfte, an der eine einsame Gwyneth Paltrow entlangwanderte. Unweit von Holkham Hall, einem Country House aus dem 18. Jahrhundert, erstrecken sich gut sechs Kilometer goldener Sandstrand. Holkham Beach ist Teil eines Naturreservats, Lebensraum für Perlmuttfalter und Seeschwalben. Im Sommer färbt Strandflieder die Salzwiesen zartviolett. Und noch etwas macht Holkham zu etwas Besonderem: Hier findet sich einer der wenigen offiziellen FKK-Strände im sonst eher prüden England.

Alexander Menden

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