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Deutsche verlassen Kairo:Der Auszug aus Ägypten

Während Touristen weiter an den Reisezielen am Roten Meer urlauben, versuchen Tausende Deutsche, die ägyptischen Großstädte zu verlassen - ein zum Teil gefährliches Unterfangen.

Ein Land, zwei Welten: Während ägyptische Großstädte wie Kairo, Suez und Alexandria immer tiefer in Chaos und Anarchie zu versinken drohen, geht der Urlauberalltag in den Bade- und Tauchzielen am Roten Meer seinen gewohnten Gang. Zumindest fast. Tagesausflüge nach Kairo, Luxor oder zu den Pyramiden von Gizeh haben die großen Reiseveranstalter ausgesetzt. Noch am Sonntag aber landete ein von Thomas Cook gechartertes Flugzeug planmäßig und auch am Montag erwartete Rewe-Touristik eine Urlaubermaschine aus Deutschland.

Passagiere stehen am Flughafen in Kairo Schlange: Die ersten Deutschen werden nun aus Ägypten ausgeflogen.

(Foto: AFP)

Sollte sich in Hurghada, Marsa Alam oder Scharm el-Scheich die Sicherheitslage verschärfen, verspricht der Deutsche Reiseverband den Kunden seiner Veranstalter eine rasche und problemlose Heimreise und verweist auf das gerade erst vorexerzierte Beispiel Tunesien. Das sind Aussagen, die Deutsche, die auf eigene Faust gerade im Land unterwegs sind oder dort leben und arbeiten, auch gerne hören würden - denn sie haben es schwerer, Ägypten zu verlassen.

Auswärtiges Amt organisiert Konvoi zum Flughafen

In mehreren Ländern gelten inzwischen Reisewarnungen für Ägypten und es werden Vorbereitungen getroffen, Staatsbürger auszufliegen. Das Auswärtige Amt hat bisher keine Warnung ausgesprochen, ist aber Reisewilligen bei der Ausreise behilflich. Etwa 150 Personen hatten sich bei der deutschen Botschaft auf der Nil-Insel Zamalek gemeldet. Das Auswärtige Amt organisierte einen Konvoi, der, begleitet von Botschafts-Mitarbeitern, zum Flughafen fuhr. Laut Auswärtigem Amt verläuft der Flugverkehr von dort derzeit normal, wenn auch teilweise mit Verspätungen.

Unterdessen startete von Frankfurt aus eine Sondermaschine der Lufthansa, um Menschen aus Ägypten auszufliegen. Aus dem Auswärtigen Amt hieß es, dass heute im Laufe des Tages noch ein weiterer Flug stattfinden wird. Der erste Jumbo-Jet hob kurz vor acht Uhr nach Kairo ab, wie der Flughafenbetreiber Fraport und die Lufthansa mitteilten. Nach der Landung in Ägypten soll das Flugzeug am Nachmittag dort wieder starten und zurückkehren. Die Flugzeit zwischen der Mainmetropole und der ägyptischen Hauptstadt beträgt etwa vier Stunden. Beide Maschinen werden am späten Nachmittag in Frankfurt erwartet. Eine Air-Berlin-Sprecherin sagte, bei dem Linienflug, der am Dienstagmorgen von Kairo aus nach München starten solle, seien noch Plätze frei.

Am internationalen Flughafen von Kairo hatte bereits in den vergangenen Tagen großes Gedränge geherrscht, nachdem mehrere Länder ihre Staatsbürger zur Ausreise aufgefordert hatten. Die Anzahl der auf dem Kairoer Flughafen wartenden Deutschen kann auch das Auswärtige Amt nur schätzen. Es gibt keine Meldepflicht für Deutsche in Ägypten, etwa 5000 bis 7000 sollen vor Beginn der Proteste im Großraum Kairo gelebt haben. Dazu kommt eine unklare Anzahl an Touristen.

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