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Dänemark:Selbstversorger mit Anspruch

Die Zeiten der kargen Holzhütte am Steg sind vorbei: Wer heutzutage ein Ferienhaus in Dänemark bucht, will es mit allerlei Komfort ausgestattet haben.

Es steht an der Nordsee, aber auch an der Schwarzmeer-Küste. Es hat oft Satellitenreceiver und Internetzugang, und es darf im Zweifelsfall auch etwas mehr kosten. Das Ferienhaus-Angebot wird immer breiter und vielseitiger - genau wie die Möglichkeiten, es zu buchen.

Dänemark

Besuch am Meer

"Der Ferienhaus-Gast ist absolut individuell", sagt Heinz Kolata. "Er will selbst entscheiden, Abendbrotzeiten von 18.00 bis 21.00 Uhr sind ihm suspekt", sagt der Geschäftsführer von Wolters Reisen, dem zur TUI gehörenden Spezialisten für Urlaub im Ferienhaus.

Für Veranstalter ist das eine schwierige Klientel: 80 Prozent der Ferienhaus-Fans buchen direkt. Dieses Potenzial will die TUI besser ausschöpfen, wie Deutschland-Chef Volker Böttcher angekündigt hat - nicht zuletzt mit Hilfe des Internets. "40 Prozent unseres Ferienhaus-Angebots werden online verkauft", sagt Kolata.

Ziel Nummer eins für Urlaub im Ferienhaus ist noch immer Dänemark. "Drei Viertel aller Touristen dort mieten sich ein Ferienhaus oder eine Ferienwohnung", sagt Reiner Büchtmann, Sprecher der Tourismusvertretung VisitDenmark in Hamburg. In dem Königreich gibt es 200.000 Ferienhäuser, jedes vierte davon wird vermietet. "Der Trend geht zu Qualität. Sauna, Whirlpool und Kamin haben viele Häuser sowieso, viele sogar einen eigenen Swimmingpool." Und vielen Urlaubern können die Häuser gar nicht groß genug sein.

Deutlich teurer als im Hotel

Den Trend zu größeren Häusern hat auch Prof. Torsten Kirstges beobachtet, Tourismusexperte an der Fachhochschule Wilhelmshaven. Für Bequemlichkeit oder einen Hauch von Luxus sind viele bereit, mehr auszugeben: "Es gibt Ferienhäuser, die sind deutlich teurer als ein Hotel." Das kann Michael Symalla bestätigen: "In der Hauptsaison können das 2000 Euro in der Woche sein", sagt der Manager von Dancenter, dem größten dänischen Ferienhausanbieter.

Zwar gebe es auch sehr preisbewusste Urlauber. Doch andererseits legen gerade die Häuser der höheren Kategorie bei Dancenter zu, sagt Symalla. Den Preis bestimmt die Nachfrage - die in Skandinavien vor allem im Sommer teils viel höher ist als das Angebot. "Dafür bekommt man die gleichen Häuser in den Nebensaison dann erheblich billiger."

Kein Ärger mit Sprachproblemen

Auch bei Wolters ist der Dänemark-Katalog mit rund 4500 Häusern und Wohnungen der dickste. "Es gibt darunter Spezialhäuser für Angler mit Bootssteg und extra großer Kühltruhe", sagt Kolata. Wolters hat sein Programm aber ausgeweitet: So gibt es jetzt mehr Kataloge und neue Ziele wie die Türkei, Bulgarien oder die Schweiz.

Dass künftig mehr Urlauber bei Veranstaltern buchen, kann sich Kirstges gut vorstellen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Wer ein Ferienhaus im Ausland bucht, braucht nicht selbst zu suchen und muss sich nicht mit Sprachproblemen herumärgern. "Beim Buchen im Internet gibt es immer das Problem der Anzahlung", gibt Kirstges zu bedenken. "Einfach Geld ins Ausland überweisen - da wäre ich skeptisch."

Andererseits ist damit zu rechnen, dass ein direkt gebuchtes Haus meist günstiger zu haben ist. "Anders als bei der Pauschalreise sind die Preise ausgesprochen transparent, weil es nur um eine einzelne Leistung geht", sagt Kirstges. Auch wenn die Veranstalter das sicher gerne anders hätten: Wenn sie einfach kräftig was draufschlagen, fällt das sofort auf.