Costa Rica Unter dem Vulkan

Rund um die Uhr spuckt der Arenal in Costa Rica Asche, Lava und Gestein. So richtig Angst hat aber niemand vor einem großen Ausbruch - dazu sind die Menschen in dem mittelamerikanischen Land viel zu entspannt.

Rund um die Uhr spuckt der Arenal heiße Brocken aus seinem Krater. Die glühenden Lavasteine sind in Asche und Staub gehüllt. Tagsüber poltern sie den Hang hinab, nachts leuchten ihre rot-gelben Schweife unter den Sternen.

(Foto: Foto: Reuters)

An diesem späten Nachmittag reißt die Wolkendecke ganz auf. So gut ist die Sicht nicht jeden Tag. Urlauber stoppen ihre Mietwagen, packen Fernglas und Picknickkorb aus. In Hotels mit Namen wie "Volcano Lodge" und "Erupciones Inn" sitzen die Gäste auf der Terrasse mit Vulkanblick. Auch im Städtchen La Fortuna wenden sich viele Köpfe zum 1633 Meter hohen Arenal, der durch seine Aktivität jedes Jahr ein paar Zentimeter wächst.

Auf der Überlandstraße ist Otto Chavez auf der Suche nach einem Parkplatz mit Vulkanblick. Der 31-Jährige aus San José bremst. Ein Nasenbär läuft aus dem Unterholz auf den Asphalt, verharrt auf dem gelben Doppelstreifen, beschnüffelt das Auto und verschwindet dann im Gebüsch Richtung Vulkan. Die schnelle Reaktion des Reiseleiters hat tags zuvor schon einer großen Schlange das Leben gerettet.

Die Sonne versinkt gold-orange. Ricardo Araya nippt an seinem Rotwein. "Jeden Tag schaue ich mir dieses Wunder Gottes an", sagt der Eigentümer des Luxushotels "Arenal Kioro" und zeigt auf den Vulkan, wo mit der Dunkelheit helle Funkenbahnen das Grau überlagern. Das Poltern der Lavageschosse ist deutlich zu hören.

Der 65-Jährige begrüßt jeden Gast und Mitarbeiter mit Handschlag. Zu den Gefahren eines Ausbruchs sagt Don Ricardo: "Wir haben heute gute Warnsysteme, eine Evakuierung ist schnell möglich." Ein Vulkanausbruch hatte 1968 zwei Dörfer zerstört und 87 Menschen getötet. Später gab es noch mehrere Opfer, als sich Wanderer leichtsinnig den heißen Gasen näherten.

Das Arenal-Gebiet im Nordwesten gehört zu den touristisch am besten entwickelten Regionen Costa Ricas. Das Straßen- und Busnetz im Land ist dicht und gut. Hotels, Gästehäuser, Restaurants und Märkte sind preiswert. Das Land mit 3,6 Millionen Einwohnern wird von Bergketten mit bis zu 3839 Metern Höhe durchzogen. Am Pazifik im Westen und an der Karibik im Osten locken viele Strände.

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