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Coronavirus in Europa und weltweit:Was Sie jetzt zum Reisen wissen sollten

Beachgoes are seen in Nissi Beach in the resort of Ayia Napa

Nicht nur dieser Strand in Zypern rückt für Deutsche wieder näher - doch Reisen ist komplizierter geworden.

(Foto: REUTERS)
  • Die weltweite Reisewarnung der Bundesregierung ist am 15. Juni für die meisten europäischen Staaten aufgehoben worden, bleibt außerhalb Europas aber im Grundsatz bis Ende August bestehen.
  • Die EU hat ihre Außengrenzen für einige Staaten wieder geöffnet. Auch Quarantäne-Auflagen für Rückkehrer entfallen teilweise.
  • Innerhalb Deutschlands gibt es neue Regelungen für Gäste aus inländischen Ausbruchsgebieten.
  • Je nach Buchungsart, ob pauschal oder individuell, haben Reisende unterschiedliche Rechte, etwa wenn der Urlaub storniert wurde, sie ihn umbuchen oder absagen wollen. Grundsätzlich sollten Urlauber nun bei der Planung auf großzügige Stornomöglichkeiten achten.

Welche Reisebeschränkungen gelten weiterhin und wo werden sie wieder gelockert?

Wegen der Corona-Pandemie hatte die Bundesregierung Mitte März eine weltweite Reisewarnung ausgesprochen. Vom 15. Juni an wurde diese jedoch für die Mitgliedstaaten der EU, Großbritannien, die Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein durch Reisehinweise ersetzt. Für 27 Staaten trat die Aufhebung der Reisewarnung unmittelbar in Kraft, mit einer Woche Verzögerung auch für Spanien. Norwegen und Finnland müssen erst noch ihre Einreisesperre für Ausländer aufheben. In Finnland gilt die Einreisesperre voraussichtlich bis zum 13. Juli, in Norwegen ist sie vorerst unbefristet. Schweden erfüllt derzeit die notwendigen Kriterien nicht: Die Zahl der Neuinfizierten ist zu hoch.

Von Reisen nach Großbritannien und Irland rät das Auswärtige Amt derzeit in seinen Reisehinweisen "dringend ab", hier ist für Ankommende noch eine zweiwöchige Quarantäne vorgeschrieben.

Reiseeinschränkungen gibt es auch in Deutschland wieder. Als Reaktion auf zahlreiche Corona-Infektionen in der Region um Gütersloh in Nordrhein-Westfalen hatten zunächst einzelnes Bundesländer Quarantäneregelungen und Beherbergungsverbote für Bewohner betroffener Landkreise verhängt. Am 26. Juni beschlossen Bund und Länder eine einheitliche Linie: Die Länder werden demnach Vorsorge treffen, dass, so wörtlich, "Reisende aus einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt mit kumulativ mehr als 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern innerhalb der letzten 7 Tage nur dann in einem Beherbergungsbetrieb untergebracht werden dürfen beziehungsweise ohne Quarantänemaßnahme in ein Land einreisen dürfen, wenn sie über ein ärztliches Zeugnis in Papier- oder digitaler Form verfügen, welches bestätigt, dass keine Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 vorhanden sind".

Damit stellt sich auch wieder die Frage nach den reiserechtlichen Konsequenzen: Wer muss die Kosten übernehmen, wenn der Urlaub aufgrund behördlicher Auflagen platzt? Nach Einschätzung des Reiserechtsanwalts Kay P. Rodegra können Betroffene ihren Hotelaufenthalt in Deutschland in vielen Fällen kostenlos stornieren: "Ein Hotelbetreiber in Bayern beispielsweise darf derzeit seine Leistungen aufgrund behördlicher Anordnungen gar nicht für Urlauber aus dem Kreis Gütersloh zur Verfügung stellen, wenn sie keinen aktuellen negativen Corona-Test vorweisen können." Ähnlich sieht es bei Pauschalreisen aus: "Ein generelles Beherbergungsverbot oder auch Einreiseverbot am Reiseziel berechtigt dazu, wegen unvermeidbarer, außergewöhnlicher Umstände, die die Reise unmöglich machen, kostenfrei vom Reisevertrag zurückzutreten."

Das gilt nach Angaben des Reiserechtsanwalts hingegen nicht, wenn ein Urlauber wegen eines positiven Covid-19-Tests daheim in Quarantäne bleiben muss, statt auf Reisen zu gehen. "Da die Erkrankung aus der Risikosphäre des Urlaubers kommt, kann sich der Reisende nicht auf unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände berufen - ein kostenfreier Rücktritt vom Reisevertrag ist daher nicht möglich", sagt Rodegra. Eine Reiserücktrittskostenversicherung helfe "nicht unbedingt, da viele Versicherungen den Pandemiefall ausgeschlossen haben". Auch Individualreisende müssen mit Stornokosten rechnen. Für Familienangehörige, die selbst nicht erkrankt sind, aber aus Gründen des Infektionsschutzes in Quarantäne müssen, sieht es finanziell ebenfalls schlecht aus: "Wer in Quarantäne ist und seine Reise nicht antreten kann, bleibt ebenfalls auf Stornokosten sitzen. Eine Reiserücktrittskostenversicherung hilft in diesen Fällen nicht und auch nach dem Infektionsschutzgesetz gibt es keine Entschädigung."

Was müssen Urlauber jetzt bei der Reiseplanung beachten?

Auch bei internationalen Reisezielen, für die aktuell keine Warnung mehr besteht, ist zu bedenken: Sollte die Zahl der Neuinfektionen in einzelnen Zielländern wieder stark steigen, sind erneute Einschränkungen möglich. Anhand der Rückkehr zu differenzierten Reisehinweisen soll aber wieder jeder selbst überlegen können, ob und wohin er verreisen möchte. Wie sich europäische Urlaubsländer auf Touristen vorbereitet haben und was dort möglich ist, steht hier in unserem Länder-Überblick. Eine staatlich organisierte Rückholaktion von Urlaubern wie im März und April werde es nicht wieder geben können, heißt es ausdrücklich aus dem Auswärtigen Amt. "Jeder muss sich des Risikos bewusst sein", erklärte ein Sprecher - das ändere jedoch nichts an einer konsularischen Betreuung im Notfall. "Reisewarnungen sind keine Reiseverbote und Reisehinweise sind keine Reiseeinladung", betonte Außenminister Maas.

Für mehr als 160 weitere Länder ist die Reisewarnung bis Ende August verlängert worden. Das Bundeskabinett fasste am 10. Juni einen entsprechenden Beschluss - mit der Begründung, dass in Ländern außerhalb der EU Reisebeschränkungen und Quarantänevorschriften "ohne jede Vorankündigung und mit sofortiger Wirkung" wieder eingeführt werden könnten. Einzelne Länder können aber in nächster Zeit von der Warnung ausgenommen werden, sofern sie bestimmte Kriterien erfüllen. Dazu sollen etwa die Entwicklung der Infektionszahlen, die Leistungsfähigkeit der Gesundheitssysteme, Testkapazitäten, Hygieneregeln und Reisebeschränkungen zählen. Die Reisewarnung soll auch vor September immer wieder geprüft werden. Die Bundesregierung rät weiter dringend von Kreuzfahrten ab. Mehrere Schiffe hatten im März wegen Infektionen an Bord Probleme, einen Hafen zu finden, in den sie einlaufen konnten.

Seit 10. April mussten Heimkehrer in Deutschland zunächst für zwei Wochen in häusliche Quarantäne, egal woher sie kamen. Diese Vorschrift ist inzwischen teilweise wieder entfallen, und zwar grundsätzlich für diejenigen, die aus EU-Ländern, Großbritannien, Island, Norwegen, Liechtenstein oder der Schweiz einreisen. In fast allen Bundesländern besteht allerdings aufgrund von Landesverordnungen eine Verpflichtung zur Quarantäne bei Einreisen aus EU-Staaten, die eine Zahl von Neu-Infizierten von mehr als 50 Fällen pro 100 000 Einwohner aufweisen - kumulativ in den jeweils zurückliegenden sieben Tagen. Dies ist aktuell in Schweden der Fall. Eine Ausnahme bilden dabei nur Brandenburg und Nordrhein-Westfalen.

Die Abriegelung der Außengrenzen der Europäischen Union wurde am 1. Juli gelockert. Die EU-Staaten einigten sich auf eine Liste von 14 Ländern, für die das Einreiseverbot fällt, nämlich Algerien, Australien, Kanada, Georgien, Japan, Montenegro, Marokko, Neuseeland, Ruanda, Serbien, Südkorea, Thailand, Tunesien und Uruguay. Auch aus China sollen grundsätzlich wieder Einreisen möglich sein, sofern das Land im Gegenzug zusagt, seine Grenze für EU-Bürger zu öffnen. Entscheidend für die Lockerung der Einreisebeschränkungen ist künftig vor allem die Zahl der Covid-19-Neuinfektionen der vergangenen 14 Tage. Zudem sollen unter anderem der Trend im gleichen Zeitraum sowie der Umgang des jeweiligen Staates mit der Pandemie eine Rolle spielen. Die USA beispielsweise erfüllen die Kriterien derzeit nicht.

Deutschland folgt dem Beschluss der EU-Staaten nur teilweise. Laut Kabinettsbeschluss ist die Einreise für Menschen aus Australien, Georgien, Kanada, Montenegro, Neuseeland, Thailand, Tunesien und Uruguay gestattet. Für Japan, Südkorea und China sollen die Lockerungen in Kraft treten, sobald diese Länder auch Personen aus Deutschland wieder die Einreise erlauben. Die Bundespolizei informiert darüber, wer aktuell nach Deutschland einreisen darf und welche Dokumente dafür erforderlich sind.

Über die weltweit geltenden Beschränkungen informiert das Auswärtige Amt auf seiner Website in den Reise- und Sicherheitshinweisen für die jeweiligen Länder, noch aktuellere Informationen bieten bisweilen die Konsulate.

Gibt es bei ausgefallenen Reisen immer Geld zurück?

Werden Pauschalreisen und Flüge vom Veranstalter storniert, muss der Preis erstattet werden. In der Branche gab es im Frühjahr massive Forderungen, Gutscheine anstelle von Erstattungen zu erlauben, um die finanzielle Belastung für die Unternehmen zu reduzieren. Ein entsprechender Vorstoß der Bundesregierung scheiterte aber am Widerstand der EU-Kommission. Aus Gründen des Verbraucherschutzes müssten Gutscheine freiwillig bleiben - aber so attraktiv gestaltet werden, dass sie für Kunden als Alternative zur Erstattung interessant werden, heißt es in einer Empfehlung der Kommission an die Mitgliedsstaaten. Eine entsprechende Regelung für freiwillige Gutscheine hat der Bundestag am 2. Juli verabschiedet: Wenn eine vor dem 8. März gebuchte Reise wegen der Pandemie abgesagt wurde, darf der Veranstalter statt einer Rückzahlung einen Gutschein anbieten. Der Kunde hat aber weiterhin die freie Wahl zwischen beiden Optionen. Wird der Gutschein bis 31. Dezember 2021 nicht eingelöst, muss sein Wert ausbezahlt werden. Der Gutschein ist gegen Insolvenz abgesichert: Geht der Veranstalter pleite, ist das Geld trotzdem nicht verloren.

Kunden, die eine Reise angesichts der aktuellen Lage von sich aus absagen wollen, müssen hingegen mit Stornogebühren rechnen. Die Höhe hängt davon ab, wie bald die Abreise bevorsteht. Viele Veranstalter bieten eine kostenfreie Umbuchung an.

Wer zahlt den Reiseausfall, wenn man wegen geänderter Einreisebestimmungen nicht ins Urlaubsland kommt?

Mit dieser Frage sahen sich vor allem zu Beginn der Pandemie viele Menschen konfrontiert, die noch vor der Coronakrise eine Reise gebucht hatten. Im Falle erneut steigender Infektionszahlen und neuer Lockdowns in einzelnen Ländern könnte sie schlimmstenfalls im Sommer erneut aktuell werden.

Bei Pauschalreisen ist der Veranstalter in der Pflicht, er zahlt entweder den Preis zurück oder bietet eine Umbuchung an - hier gilt das deutsche Reiserecht. Wegen der außergewöhnlichen Umstände werden die Kunden aber keinen Schadenersatz wegen entgangener Urlaubsfreuden bekommen.

Individualreisende hingegen haben selbst Hotel oder Mietwagen gebucht und sind daher mit den jeweiligen nationalen Gesetzen konfrontiert. Nach deutschem Recht müssten sie nichts bezahlen, wenn sie die Leistungen nicht nutzen können. "Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn die Unterkunft in einem Sperrgebiet liegt und nicht erreichbar ist", heißt es bei der Verbraucherzentrale. Wenn ein Vertrag direkt mit Vermietern im Ausland geschlossen wurde, gilt jedoch das Recht des jeweiligen Landes - hier ist es dann zum Beispiel wichtig, ob der Vertrag wegen einer Reisewarnung des deutschen Auswärtigen Amtes hinfällig wird. Je nach Stornobedingungen müssen Betroffene sonst auf Kulanz hoffen oder versuchen auszuhandeln, dass etwa der Hotelaufenthalt nur verschoben und nicht teuer storniert wird.

Wer auf einem deutschsprachigen Hotelportal im Internet oder auch beim Hotel direkt eine Unterkunft etwa in Italien gebucht hat, für den gilt damit grundsätzlich das Recht des Beherbergungsortes, also in diesem Beispiel italienisches Recht. Reiserechtsexperte Ernst Führich riet Urlaubern zu Beginn der Coronakrise, sich an das Beherbergungsunternehmen zu wenden und auf eine gebührenfreie Stornierung des Aufenthalts wegen Nichterreichbarkeit des Domizils zu pochen. Italien hat allerdings mit Dekret vom 8. März 2020 zugelassen, dass die Beherbergungsunternehmen Gutscheine statt Erstattungen des gezahlten Reisepreises ausgeben können.

Im Streitfall kann ausnahmsweise auch am Wohnsitzgericht des Verbrauchers geklagt werden. Voraussetzung ist allerdings, dass der Gast auf einer interaktiven Website des ausländischen Hoteliers oder Ferienhausanbieters in Deutschland gebucht hat. Dann ist die Tätigkeit des Beherbergungsunternehmens auf Deutschland "ausgerichtet" im Sinne des EU-Gerichtsstandübereinkommens. Das deutsche Gericht wendet dann das Recht des europäischen Ziellandes an.

Gut dürfte es für Individualreisende aussehen, wenn Airlines mit im Spiel sind, sagt Reiserechtsexperte Paul Degott: Verhänge ein Land einen Einreisestopp oder lösche Visa für Deutsche, könne die Airline den Passagier gar nicht mehr ans Ziel befördern. Ansonsten müsste sie sogleich für den Rücktransport sorgen und bekäme noch dazu eine Strafe des Ziellandes aufgebrummt. "Also muss der Vertrag vorher rückabgewickelt werden", die Passagiere bekommen ihr Geld für das Ticket zurück, erklärt Degott.

Wie sieht es derzeit mit dem Angebot von Airlines, Fernbussen und Kreuzfahrten aus?

In Europa und weltweit werden Reisende seit Monaten vom Virus ausgebremst. Mittlerweile haben viele Fluglinien angekündigt, ihr Angebot wieder aufzunehmen bzw. auszuweiten, darunter die Lufthansa, Ryanair und Easyjet. Viele Airlines erwarten aber noch für geraume Zeit keine Rückkehr zum einstigen Normalbetrieb.

Die Fernbusunternehmen Flixbus hat am 28. Mai nach zwei Monaten Corona-Pause seinen Betrieb wieder aufgenommen, wenn auch deutlich reduziert, zunächst nur in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Im Bus gilt Maskenpflicht, die Toiletten bleiben geschlossen, die Fahrzeuge werden nach jeder Fahrt desinfiziert. Konkurrent Blablabus ist seit Ende Juni wieder unterwegs und lässt in seinen Fahrzeugen jeden zweiten Sitz frei.

Die meisten Kreuzfahrten fallen bis auf Weiteres aus: So hat etwa Aida Cruises alle Fahrten ihrer 14 Schiffe umfassenden Flotte mittlerweile bis Ende Juli storniert, Touren mit Zielhäfen in Kanada oder in den USA fallen im ganzen Jahr aus. Auch die Tui Cruises hat momentan alle Kreuzfahrten bis Mitte Juli abgesagt, plant aber etwa Ost- und Nordsee-Touren, sobald diese wieder möglich sind.

Wie verändert sich das Zugfahren in der Coronakrise?

Die Deutsche Bahn erweitert ihr Angebot an Fernzügen wieder. Auf den wichtigsten Verbindungen werde man nun wieder längere Züge einsetzen, kündigte Personenverkehrsvorstand Berthold Huber am 25. Mai an. Zudem werden touristische Ziele wie die Alpenregion oder Nord- und Ostsee verstärkt angefahren. Im Juni sollen auch alle Nachbarländer wieder per Fernzug erreichbar sein.

Gemeinsam mit den Bahnen Tschechiens und Österreichs führte die Deutsche Bahn außerdem seit dem 16. Juni nach mehreren Jahrzehnten wieder eine Direktverbindung Berlin-Dresden-Prag-Wien ein.

Auf den meisten Verbindungen verkehren schon seit Anfang Juni Züge. Nun kommen nach und nach weitere Fahrten hinzu: etwa der Eurocity nach Polen zwischen Berlin und Warschau oder der Eurocity von München nach Innsbruck weiter nach Italien. Seit dem 27. Juni sollen auch Berliner mit einem ICE nach Innsbruck in die Berge reisen können. Das Angebot Richtung Schweiz, Österreich und Niederlande ist schon komplett. Einen Überblick über aktuelle Entwicklungen bei der Bahn finden Sie hier auf bahn.de/aktuell.

Für Fernverkehrs-Fahrkarten, die bis 13. März gekauft wurden, hat die Deutsche Bahn die Stornierungsregeln weitreichend gelockert. Unabhängig vom Reiseziel konnten Sparpreis- und Supersparpreistickets für Fahrten bis 4. Mai gegen Gutscheine umgetauscht oder flexibel bis Ende Oktober genutzt werden. Das ist im Unterschied zu Tickets zum Normalpreis sonst nicht ohne Weiteres möglich. Für Fernverkehrsfahrten nach dem 4. Mai gilt: Kunden können ihre Reise verschieben und die Tickets noch bis zum 31. Oktober flexibel nutzen. Auch bei den Sparpreisen ist dafür die Zugbindung aufgehoben.

Welche Vorsorgemaßnahmen trifft die Deutsche Bahn gegen das Coronavirus?

Passagiere müssen derzeit in allen Fern- und Regionalzügen Mund-Nasen-Masken tragen. Um eine Überfüllung zu vermeiden, zeigt die Bahn-App "DB Navigator" an, wenn Züge zu mehr als 50 Prozent ausgelastet sind. Dann sollten Fahrgäste auf weniger volle Züge ausweichen, um Abstände besser einhalten zu können. Auch neue Reinigungstechniken sollen zur Sicherheit beitragen: So wurde beispielsweise am Düsseldorfer Hauptbahnhof in einige Rolltreppen eine UV-Licht-Anlage mit keimabtötender Wirkung eingebaut, um die Handläufe frei von Viren und Bakterien zu halten. Falls die Behörden in einem Zug einen Corona-Verdacht feststellen, werde der betroffene Bereich gesperrt und nach der Fahrt professionell gereinigt und desinfiziert, teilt der Konzern mit. Die Fahrgäste würden dann vom Zugpersonal informiert, dass sie ihre Daten hinterlegen sollten (über bahn.de/corona oder unter der Telefonnummer 0800 5 14 15 14), um von den Behörden bei Bedarf kontaktiert werden zu können.

Was rät das Auswärtige Amt bei Auslandsreisen?

Spätestens seit der Aufhebung der weltweiten Reisewarnung für europäische Länder ist es empfehlenswert, sich über die Lage im Zielland ausführlich zu informieren. Über geltende Beschränkungen informiert das Auswärtige Amt auf seiner Website in den Reise- und Sicherheitshinweisen für die jeweiligen Länder, noch aktuellere Informationen bieten bisweilen die Konsulate. Wie die Coronakrise gezeigt hat, können sich nationale Vorgaben sehr kurzfristig ändern. Informationen finden Reisende unter anderem auch im Merkblatt COVID-19 sowie auf den Seiten des Robert-Koch-Instituts und der WHO als auch der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Was, wenn ich aus dem Ausland zurückkomme?

Seit 10. April mussten Heimkehrer - außer Berufspendler - für zwei Wochen in häusliche Quarantäne, egal woher sie kamen - diese pauschale Vorschrift wurde inzwischen teilweise wieder aufgehoben, und zwar für Einreisende aus EU- und Schengen-Staaten sowie aus Großbritannien.

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In fast allen Bundesländern besteht allerdings aufgrund einer Landesverordnung eine Verpflichtung zur Quarantäne bei Einreisen aus EU-Staaten, die eine Zahl von Neu-Infizierten von mehr als 50 Fällen pro 100 000 Einwohner aufweisen - kumulativ in den jeweils zurückliegenden sieben Tagen. Eine Ausnahme bilden dabei nur Brandenburg und Nordrhein-Westfalen. Reisende sollten sich also in jedem Fall aktuell über die Regelung ihres Bundeslandes für das geplante Reiseziel informieren.

Von der Quarantäne-Regel betroffene Rückkehrer sind verpflichtet, "sich unverzüglich nach der Einreise auf direktem Weg in die eigene Häuslichkeit oder eine andere geeignete Unterkunft zu begeben und sich für einen Zeitraum von 14 Tagen nach ihrer Einreise ständig dort abzusondern", heißt es in der Verordnung. Während dieser Zeit sei es "nicht gestattet, Besuch von Personen zu empfangen, die nicht ihrem Hausstand angehören". Ausnahmen gibt es etwa für Pflegekräfte.

Wer per Flugzeug oder Schiff kommt, muss Reiseroute und Kontaktdaten bekannt geben, das Gesundheitsamt an seinem Wohnort soll dann die Einhaltung der Quarantäne überwachen.

Bußgelder hängen davon ab, wie groß das "Ausmaß der durch die Tat entstandenen Gefahren für die öffentliche Gesundheit" ist, ob der Betreffende fahrlässig gehandelt hat oder sich uneinsichtig zeigt und ob ein Wiederholungsfall vorliegt. Wer nach der Einreise gegen das Gebot der häuslichen Quarantäne verstößt, soll laut Bußgeld-Katalog zwischen 500 Euro und 10 000 Euro zahlen. Verstöße gegen das Besuchsverbot sollen mit einer Strafe von mindestens 300 Euro und höchstens 5000 Euro geahndet werden. Fährt jemand nicht direkt nach Hause, soll er 150 Euro bis 3000 Euro bezahlen. Wer seiner Verpflichtung, Kontakt zum Gesundheitsamt aufzunehmen, nicht nachkommt, muss mit einem Bußgeld zwischen 150 Euro und 3000 Euro rechnen.

Wer zahlt, wenn der Rückflug annulliert wird und sich Reisende eine teurere Heimkehr organisieren müssen?

Auf dem Höhepunkt der Coronakrise fielen zahllose normale Rückflüge aus, sodass Passagiere ausgerechnet in dieser Ausnahmesituation ihre Heimreise nicht antreten konnten. Kunden einer EU-Airline steht nach der Fluggastrechteverordnung zu, dass die Airline nicht nur das Geld für den annullierten Flug zurückzahlt, "sondern sich auch um die Versorgung der Passagiere kümmert und sie zum Beispiel falls nötig in einem Hotel unterbringt - und vor allem für einen Ersatzflug sorgt", erklärte dazu Reiserechtsexperte Paul Degott. Kümmere sich die Airline oder bei Pauschalreisen der Veranstalter gar nicht oder nicht schnell genug, dürfen Urlauber selbst nach einem Rückflug suchen. Nur: Die wenigen Plätze auf Rückflügen nach Deutschland waren knapp, daher stiegen die Preise; außerdem sind Einzelflüge generell viel teurer als Hin- und Rückflug-Pakete.

Wer seinen annullierten Flug bei einer Airline mit Sitz in der EU gebucht hat, kann die Zusatzkosten bei der Fluggesellschaft zurückfordern. "Wichtig ist, dass der Fluggesellschaft eine Abhilfefrist gesetzt wird und die sogenannte Ersatzvornahme angedroht wird, damit sicher die zunächst vorgelegten Kosten als Schadensersatz eingefordert oder eingeklagt werden können", so Degott. Als Frist reichten in einer so brisanten Lage wie in der Coronakrise wenige Stunden.

Auch wenn die Fluggesellschaft ihren Sitz außerhalb der EU hat, könnten sich Reisende auf diese Regelungen berufen, sofern es sich um einen in Deutschland gebuchten Hin- und Rückflug handele, betont Degott. Wenn allerdings etwa ein Flugticket von Neuseeland nach Deutschland in Neuseeland gebucht wurde und der Flug dann annulliert wird, gilt das Zivilrecht des jeweiligen Landes.

Wer kommt für die Zusatzkosten auf, wenn Urlauber länger als gedacht im Hotel oder auf dem Kreuzfahrtschiff in Quarantäne festsaßen?

Hier sind wieder Pauschalurlauber besser abgesichert: Müssen sie während ihrer regulären Reisezeit in Quarantäne, könnten sie diese als Mangel anführen und Geld zurückerhalten. Allerdings müssten sie das gleich vor Ort ihrem Veranstalter mitteilen, der wiederum versuchen könnte, den Betrag von den Behörden wiederzuholen, welche die Quarantäne angeordnet hatten. Außerdem sieht der Paragraf 651q BGB eine Beistandspflicht des Veranstalters vor, erklärt Rechtsexperte Degott:

Ein Pauschalreiseanbieter müsse etwa dafür sorgen, dass seine Kunden mit anderen Rückflügen als geplant nach Hause kommen. Müssen die Gäste länger in Quarantäne bleiben, als ihre Zimmer gebucht sind, und fordert der Hotelbetreiber Geld, sollten die Urlauber nicht zahlen: Hier steht der Staat in der Pflicht, der die Quarantäne angeordnet hat. Daher müssten auch Individualreisende nicht für ihren längeren Zwangsaufenthalt zahlen - aber wohl für andere Rückflüge, außer die Airline zeigt sich kulant.

Im Fall des Hotels Costa Adeje Palace auf Teneriffa, in dem Gäste im März zwei Wochen lang ausharren mussten, hatte zum Beispiel die Tui laut einem Pressesprecher die Kosten für ihre Pauschalreisenden übernommen, auch einen Aufschlag für teurere Rückflüge hätten sie zumindest in diesem Einzelfall nicht zahlen müssen.

© SZ.de/mit Material von dpa und Reuters/dd/ihe/edi/kaeb
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