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Newsblog zu Corona und Reisen:Lockdown in der Türkei gilt nicht für Touristen

Der Vollmond geht hinter der Çamlıca-Moschee in Istanbul auf.

In der Türkei, im Bild die Çamlıca-Moschee in Istanbul, will man mit einem strengen Lockdown die Zahl der Corona-Infektionen senken. Die Ausgangsbeschränkungen gelten jedoch nicht für Touristen.

(Foto: Murad Sezer/Reuters)
  • Die Coronavirus-Pandemie hat das Reisen in ungekannter Weise verändert. Was müssen Urlauber beachten? Wo gelten welche Regeln, wo gibt es eine Reisewarnung? Welche Grenzen öffnen oder schließen sich wieder? Aktuelle Nachrichten im Überblick.
  • In der Türkei beginnt ein strenger Lockdown - für Urlauber gelten Ausnahmen.
  • Das RKI aktualisiert seine internationale Risikoliste: Indien ist nun Virusvariantengebiet.

Dieser Artikel wird nicht mehr aktualisiert, Neuigkeiten zu Corona und den Urlaubsländern finden Sie nun hier.

27. April: In der Türkei beginnt am 29. April ein knapp dreiwöchiger harter Lockdown, unter anderem verbunden mit strengen Ausgangsbeschränkungen. Sie gelten jedoch nicht für Touristen, wie aus einem Erlass des Innenministeriums hervorgeht. Bis 17. Mai, 5 Uhr, dürfen die Türken nur noch aus triftigen Gründen auf die Straße, wie etwa zum Einkaufen. Viele Geschäfte und Betriebe müssen schließen. Der türkische Tourismusminister Mehmet Nuri Ersoy betonte, dass sich Besucher trotz der Beschränkungen frei bewegen könnten. "Unsere meistbesuchten und wichtigen Museen und archäologische Stätten bleiben geöffnet", sagte er nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu. Die Türkei mit ihren rund 84 Millionen Einwohnern kämpft seit Wochen mit hohen Corona-Fallzahlen, zuletzt lag die offizielle Zahl der Neuinfektionen bei rund 37 000 Fällen. Zu Beginn des Fastenmonats Ramadan Mitte April mussten bereits Cafés und Restaurants schließen und auf Lieferservice umstellen. Das Robert-Koch-Institut hat die Türkei als Hochinzidenzgebiet eingestuft. Wer von dort nach Deutschland zurückkehrt, muss sich zuvor auf das Coronavirus testen lassen.

Indien wird zum Virusvariantengebiet

26. April: Von diesem Montag an wird Indien als Virusvariantengebiet eingestuft. Damit gilt ein weitgehendes Einreiseverbot für Menschen, die sich zuvor in Indien aufgehalten haben. Der kommerzielle internationale Reiseverkehr ist derzeit grundsätzlich untersagt, heißt es aus dem Auswärtigen Amt. Touristische Einreisen bleiben bis auf weiteres verboten; bereits erteilte E-Visa und Visa zu touristischen Zwecken sind suspendiert.

Der Vorstandsvorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, begrüßte dies. Er sagte der Düsseldorfer "Rheinischen Post" in der Montagsausgabe, dass "alle Maßnahmen der Kontakteinschränkung gegenüber potenziell hiermit Infizierten gerechtfertigt" seien. "Dazu gehören Flug- und Einreiseverbote, strenge und überwachte Quarantäne für alle Heimkehrer aus diesen Risikogebieten aber natürlich genauso Hilfsangebote an die Regierungen dieser Länder".

Robert-Koch-Institut aktualisiert seine Risikoliste

23. April: Wegen dramatisch steigender Infektionszahlen stuft die Bundesregierung Indien nun als Hochinzidenzgebiet ein, wie das Robert Koch-Institut bekanntgab. Mit dieser Einstufung ist allerdings keine Verschärfung der Einreisebestimmungen verbunden. Die hätte es nur gegeben, wenn das Land mit den zweitmeisten Einwohnern weltweit zum Virusvariantengebiet erklärt worden wäre - was einige Beobachter erwartet hatten. Denn in Indien hat sich eine besonders gefährliche Virusvariente verbreitet.

Auch Tunesien, der Inselstaat Kap Verde und die arabischen Golfstaaten Katar und Oman werden ab 25. April zu Hochinzidenzgebieten.

Albanien und die Republik Moldau werden dagegen vom Hochrisikogebiet zum Risikogebiet heruntergestuft. Die Bahamas - bisher "risikofrei" - werden neu als Risikogebiet eingestuft. Von der Liste der Risikogebiete gestrichen werden unter anderem mehrere Karibikstaaten. Entwarnung gibt es im Einzelnen für die Dominikanischen Republik, St. Lucia, Antigua und Barbuda in der Karibik, zudem in Europa für einzelne Regionen in Irland (West), Finnland (Etelä-Karjala und Kymenlaakso) und Norwegen (Provinz Vestfold og Telemark). Damit entfällt die Quarantänepflicht bei der Einreise nach Deutschland. Neue Virusvariantengebiete wurden in dieser Woche nicht ausgewiesen.

Österreich-Urlaub soll bald wieder möglich sein

23. April: In Österreich dürfen ab 19. Mai praktisch alle wegen der Corona-Krise heruntergefahrenen Branchen einen Neustart wagen. Das kündigte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) an. Zentral für diesen Schritt ist ein umfassendes Schutzkonzept, bei dem Zutritts-Tests für Gastronomie, Hotellerie, Sport und Kultur im Mittelpunkt stehen. Er sei angesichts dieser Pläne mit einer wieder steigenden Anzahl Corona-Infektionen zu rechnen, sagte Kurz. Es sei aber davon auszugehen, dass dank der Impfungen die Situation beherrschbar bleibe.

"Da liegt schon eine gewisse Vorfreude in der Luft", sagte Vize-Kanzler Werner Kogler. Es sei der Regierung wichtig, eine positive Perspektive zu geben. Auch die Deutschen, die Urlaub in Österreich machen wollen, können laut Regierung wieder planen. Die Quarantänepflicht gelte nur noch für Hochrisikogebiete. Für Einreisen aus Deutschland reiche ein negativer Test oder der grüne Pass.

Griechenland hebt Quarantäne für Urlauber auf

19. April: Griechenland verzichtet künftig unter bestimmten Bedingungen auf die bisher vorgeschriebene Corona-Quarantäne für Besucher aus anderen Staaten der Europäischen Union. Voraussetzung ist, dass die Gäste zum Zeitpunkt der Einreise seit zwei Wochen vollständig geimpft sind oder einen negativen PCR-Test vorzeigen, der nicht älter als drei Tage ist, wie die zuständige Behörde für Zivilluftfahrt in Athen mitteilte.

Die Regelung gilt auch für Besucher aus den USA, den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und Serbien. Für Gäste aus Israel ist sie bereits seit März in Kraft. Die griechische Regierung drängt seit Jahresbeginn darauf, einen EU-weit gültigen Impfpass zu entwickeln. Damit soll der Tourismus gerettet werden, der normalerweise fast ein Fünftel zur griechischen Wirtschaftsleistung beiträgt. Den Impfpass soll es nach aktuellem Stand der Dinge aber erst im Juni geben. Athen will jedoch schon Mitte Mai die Tourismussaison für eröffnet erklären. Bislang sind die meisten Hotels in Griechenland geschlossen.

Großbritannien ist kein Risikogebiet mehr

16. April: Die neue internationale Risikoliste des RKI hält eine gute Nachricht bereit: Es gibt in dieser Woche kein neues Virusvariantengebiet auszuweisen. Auf der aktualisierten Liste - deren Änderungen zum 18. April wirksam werden - gibt es außerdem nur ein neues Hochinzidenzgebiet: Argentinien.

Mehr Bewegung gibt es im Bereich der "normalen" Risikogebiete, also Gegenden mit "erhöhtem" SARS-CoV-2 Infektionsrisiko: In Portugal, das Anfang des Jahres mit extrem hohen Inzidenzwerten kämpfte und nach strengem Lockdown eine Erholungsphase erlebte, gelten nun die beliebte Urlaubsgegend Algarve sowie die Inselgruppe der Azoren wieder als Risikogebiete. Im Nachbarland Spanien ist die autonome Gemeinschaft Kastilien-La Mancha wieder Risikogebiet. Die Vereinigten Arabischen Emirate werden vom Hochinzidenzgebiet zum Risikogebiet zurückgestuft.

Entwarnung gibt es für Barbados, die finnische Region Pirkanmaa sowie die irischen Regionen Mid-West und South-East. Auch das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland (mit Ausnahme Bermuda, Britische Jungferninseln und Falkland Inseln) gilt nun nicht mehr als Risikogebiet.

Tourismus-Modellprojekte im Norden verzögern sich

15. April: Vorsichtig und mit wissenschaftlicher Begleitung soll der Tourismus in ausgewählten Regionen in Schleswig-Holstein trotz der Corona-Pandemie in die Sommersaison starten. Das Land hat dazu vier Modellprojekte bestimmt: den Kreis Nordfriesland mit Sylt, die Schleiregion mit Eckernförde, die innere Lübecker Bucht und Büsum. Nun gerät das Projekt allerdings teilweise ins Stocken: Zum frühestmöglichen Termin am 19. April startet voraussichtlich nur die Schleiregion. Die Lübecker Bucht nannte für ihren Auftakt den 26. April und Büsum den 10. Mai - in beiden Fällen spielen die steigenden Corona-Zahlen für die Entscheidung eine wesentliche Rolle. Der Kreis Nordfriesland mit Sylt hatte von vornherein erst den Mai anvisiert.

Voraussetzungen für die Projekte sind stabil weniger als 100 Corona-Neuinfektionen bezogen auf 100 000 Bewohner innerhalb von sieben Tagen, wissenschaftliche Begleitung und die Zustimmung der jeweiligen Gesundheitsämter, möglicherweise mit weiteren Auflagen. Im Ernstfall, etwa bei einer Überlastung des Gesundheitswesens, könnten die Aktionen jederzeit durch das Veto des örtlichen Gesundheitsamts abgebrochen werden.

Die Versuche sind zunächst auf vier Wochen befristet - mit der Möglichkeit der Verlängerung. Allerdings sollen an den Orten nicht automatisch alle touristischen Betriebe öffnen dürfen. Wer mitmachen möchte, muss sich innerhalb des Projekts akkreditieren. "Dieses Modellprojekt wäre ein exzellentes Beispiel für eine gelungene Öffnung des Tourismus unter schwierigen Bedingungen einer hohen touristischen Frequenz", sagte Schleswig-Holsteins Tourismusminister Bernd Buchholz (FDP) im Vorfeld. Büsums Bewerbung sei besonders bei den Plänen für Tests sehr fundiert. Der Nordsee-Badeort sei schon im vergangenen Sommer mit vielen Übernachtungs- und Tagesgästen sehr professionell umgegangen.

Dänemark will Reisen schrittweise ermöglichen

14. April: Dänemark lockert schrittweise seine im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie geltenden Reisebeschränkungen. Darauf einigten sich die sozialdemokratische Regierung und der Großteil der Parlamentsparteien, wie das Justizministerium in Kopenhagen mitteilte.

Die Beschränkungen werden demnach in vier Phasen gelockert, die erste Phase beginnt am 21. April mit Anpassungen für die Dänen selbst. Für Deutsche und andere Ausländer ist dann wichtig: Die Liste der triftigen Einreisegründe wird erweitert. Damit können unter anderen wieder Austauschstudenten, Sommerhaus- und Bootsbesitzer sowie Dauercamper einreisen. Die Phasen zwei und drei sind für den 1. und 14. Mai anvisiert. Ab Phase zwei sollen geimpfte Touristen aus EU- und Schengenländern mit passablen Infektionszahlen ohne Test und Quarantäne einreisen können. In Phase drei sollen auch Menschen einschließlich Urlaubern aus den Grenzgebieten von der Quarantänevorschrift ausgenommen werden.

Die letzte Phase soll Ende Juni mit der Einführung eines EU-weiten Corona-Passes einhergehen. Ab diesem Zeitpunkt, so heißt es in der Vereinbarung, soll es möglich sein, Touristen unter der Bedingung quarantänefrei in Dänemark zu empfangen, dass diese negative Tests, Impfungen oder überstandene Infektionen nachweisen können.

EU-Impfpass soll Ende Juni kommen

13. April: Rechtzeitig zu den Sommerferien in Deutschland soll das einheitliche Covid-Zertifikat für einfacheres Reisen in Europa Ende Juni startklar sein. "Natürlich möchten wir vor dem Sommer bereit sein", sagte EU-Justizkommissar Didier Reynders im Europaparlament. Ende Juni sollten sowohl die Gesetzgebung als auch die technischen Vorbereitungen fertig sein. Bislang hatte die EU-Kommission den 1. Juni als Stichtag genannt. Reynders zufolge ist für Anfang Juni nun eine Pilotphase geplant.

Um EU-weites Reisen in der Corona-Krise einfacher zu machen, hatte die EU-Kommission im März die Einführung eines "grünen Zertifikats" vorgeschlagen - angelehnt an den "Grünen Pass" für Geimpfte in Israel. Das Dokument soll Impfungen, Ergebnisse zugelassener Tests und Informationen zu überstandenen Infektionen festhalten und EU-weit anerkannt werden. Vor allem Urlaubsländer wie Griechenland oder Spanien, deren Wirtschaft stark vom Tourismus abhängt, hatten sich für das Vorhaben eingesetzt.

Auch die Bundesregierung unterstützt das Vorhaben und den Zeitplan. Nach dem Vorschlag der EU-Kommission soll jeder das Zertifikat - digital oder auf Papier - kostenlos bekommen, alle EU-Staaten sollen es anerkennen. Zentraler Punkt ist ein QR-Code, der die Sicherheit und Echtheit des Zertifikats garantieren soll. Grundsätzlich soll es den EU-Staaten jedoch überlassen bleiben, welche Vorteile sie Geimpften, Getesteten oder Genesenen gewähren. So können sie beispielsweise weiter Quarantäne oder Tests verlangen.

Der Zeitplan bis zum Juni ist straff. Die EU-Kommission arbeitet an einer gemeinsamen Plattform als Rahmen der nationalen Anwendungen. In Deutschland sollen der US-Konzern IBM, das Softwareunternehmen Ubirch, die IT-Genossenschaft govdigital und der IT-Dienstleister Bechtle die Plattform entwickeln. Auf politischer Ebene müssen sich sowohl die EU-Staaten als auch das Europaparlament noch auf eine Linie verständigen, ehe sie miteinander über eine gemeinsame Position verhandeln. Das Parlament hatte sich deshalb bereits für ein Eilverfahren entschieden. Jedoch äußerten die Abgeordneten unter anderem Datenschutz-Bedenken. EU-Justizkommissar Reynders trat dem nun entgegen. Der Grundsatz der Daten-Minimierung werde eingehalten. Tatsächlich sei der Satz an persönlichen Informationen kleiner als im gelben Impfbuch der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Das Zertifikat solle nicht mehr benutzt werden, sobald die WHO die Pandemie für beendet erklärt habe, sagte Reynders. Für den Fall neuer Pandemien solle das Instrument jedoch im "Werkzeugkasten" gelassen werden.

Israel lässt bald wieder Touristen ins Land

13. April: Israel will Touristen, die gegen das Coronavirus geimpft sind, ab Ende Mai die Einreise in das Land gestatten. In einem ersten Schritt soll ab dem 23. Mai Gruppen erlaubt werden, in den Mittelmeerstaat zu reisen, wie das Gesundheits- und das Tourismusministerium mitteilten. Impfnachweise und negative Corona-Tests sind demnach Voraussetzung dafür: Alle Besucher müssen sich vor dem Flug nach Israel einem PCR-Test unterziehen und bei der Ankunft am Ben-Gurion-Flughafen einem serologischen Test vor Ort zum Nachweis ihrer Impfung. Das Land steht seit Anfang April nicht mehr auf der RKI-Liste der Risikogebiete.

© SZ.de/ihe/kaeb/edi/bica/mit Material von dpa/Reuters/AFP
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