Tower, bitte aufwachen!

Auch Fluglotsen sind vor Übermüdung während langer, einsamer Nachtschichten nicht gefeit. So geschehen auf einem Flughafen von Washington D.C.: Es war kurz nach Mitternacht, als der Pilot einer Passagiermaschine der American Airlines versuchte, mit dem Tower auf dem Inlandsflughafen Reagan National Airport Kontakt aufzunehmen - ohne Erfolg. Die Lotsen einer regionalen Leitstelle in Virginia probierten es ebenfalls - vergebens.

Schließlich landete die Boeing 737 mit 97 Menschen an Bord im zweiten Anlauf auf eigene Faust und ohne Freigabe vom Tower, genauso wie eine Maschine der United Airlines eine Viertelstunde später. Angestellte der Airlines lotsten die Flugzeuge zu den richtigen Gates.

Erst 30 Minuten danach meldete sich der Lotse wieder im Funkverkehr, dabei hatten die Kollegen in Virginia sogar versucht, ihn über die shout line aufzuwecken: Die Lautsprecher-Verbindung reicht direkt zum Arbeitsplatz der Fluglotsen.

Die US-Luftfahrtbehörde FAA suspendierte den Lotsen, einen langjährigen Mitarbeiter mit Leitungsfunktion. Nun soll die personelle Besetzung kleinerer US-Flughäfen während der Nachtstunden überprüft werden. In der Regel tut dort zwischen Mitternacht und fünf Uhr morgens nur ein Lotse Dienst.

Mit Material von dapd

Bild: Getty Images 9. November 2011, 08:062011-11-09 08:06:51 © sueddeutsche.de/jobr