Brauchtum in Köln:Teil 2: Virtuelle Brücke im Internet

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Costantino findet den neuen Brauch "wunderbar", auch er und seine Frau hätten sich bereits an der Hohenzollernbrücke verewigt. Zu Ohren gekommen war ihm der Brauch bereits aus Italien, wo in Rom vor allem die Laternen und Geländer der Milvischen Brücke, die über den Tiber führt, zum Wallfahrtsort für verliebte Prächen geworden ist.

Herkunft des Brauchs ist unklar

Eine Brückenlampe gab unter dem Gewicht der Liebe bereits nach. Doch eine Alternative war schnell gefunden: Die "lucchetti dell'amore" können Romantiker nun auch im Internet an einer virtuellen Nachbildung der antiken römischen Brücke anbringen (lucchettipontemilvio.Com).

Ob der vor allem bei jungen Italienern sehr populäre Liebesbrauch auch in dem südeuropäischen Land entstanden ist, ist bislang unklar. Genau könne man gar nicht sagen, wo das Phänomen herkommt, sagt Uhlig.

Aufgetaucht seien die ersten Schlösser in Italien zu Beginn der 1990er Jahre. In China, wo frisch verliebte Paare die Vorhängeschlösser an mit Ketten oder Mauern gesicherten Straßenrändern anbringen, etablierte sich der Brauch Experten zufolge ebenfalls im späten 20. Jahrhundert.

Rituale für die Zuneigung

Wie sehr der Brauch um sich greifen wird, lässt sich Uhlig zufolge nicht voraussagen. Klar sei aber, dass das Phänomen durch Reisende und durch die Medien immer mehr an Bekanntheit gewinne und sicherlich neue Nachahmer finden werde.

Dies dürfte umso mehr zutreffen, wenn man den Rat des Psychologen Joachim Lask befolgt. Um die Liebe auf Dauer frisch zu halten, müssten Paare mindestens alle zwei Jahre ein neues Schloss anbringen, sagt der Beziehungsexperte mit einem Augenzwinkern.

Studien hätten gezeigt, dass man sich alle zwei Jahre an das Glück gewöhne, das man hat. Danach seien in den Ritualen, mit denen man seine Zuneigung zum Ausdruck bringt, Veränderungen wieder bitter nötig.

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