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Billigflieger Scoot Airlines:Kinderfreie Zone über den Wolken

Schreikinder nerven Eltern

Schreiendes Baby: Airline führt kinderfreie Zone ein.

(Foto: dpa/dpaweb)

Himmlische Ruhe? Die asiatische Fluggesellschaft Scoot Airlines verbannt künftig Kinder aus bestimmten Sitzreihen ihrer Flugzeuge. Gegen einen Aufpreis sollen Kunden auf diesen Plätzen entspannt reisen können - möglichst weit weg von quengelnden Kindern und plärrenden Babys.

Über den Wolken kann Kindergeschrei grenzenlos nervtötend sein. Die ungewohnte Situation, die trockene Luft und nicht zuletzt der Lärm der Triebwerke: Für Kinder und Babys ist Fliegen manchmal echter Stress. Für Fluggäste, die daneben sitzen, auch. Wer schon einmal auf einem Transatlantikflug neben einem plärrenden Baby saß, weiß, wie ausdauernd so ein Sitznachbar sein kann.

Der Billigfluganbieter Scoot Airlines mit Sitz in Singapur bietet empfindlichen Kunden nun einen besonderen Service an. In den fünf vordersten Reihen der Economy-Klasse dürfen neuerdings keine Kinder unter 12 Jahren mehr sitzen. "ScootinSilence" heißt diese neue Zone im Firmen-Jargon, für 14 Dollar Aufpreis können sich Fluggäste auf diesen Plätzen sicher sein, nicht neben oder hinter einem quengelnden Kleinkind oder einem schreienden Säugling zu sitzen.

Was nach Diskriminierung von Familien aussieht, verkauft die Fluggesellschaft als Extra-Service. Neben der versprochenen Ruhe haben Kunden in der kinderfreien Zone zusätzlich zehn Zentimeter mehr Platz, um ihre Füße auszustrecken.

Wie die Times berichtet, ist Scoot Airlines nicht die erste Fluggesellschaft, die Kinder aus einem Abschnitt ihrer Flugzeuge verbannt: Auch Malaysia Airlines und Air Asia X hätten bereits kinderfreie Zonen eingerichtet, in denen die Nickerchen der Kunden nicht mehr gestört werden sollen.

Die Anbieter reagieren damit offenbar auf wiederholte Beschwerden von Fluggästen. So habe 2009 eine Frau die Fluggesellschaft Quantas verklagt, weil sie einen Gehörschaden erlitten habe, nachdem sie neben einem schreienden Kleinkind gesessen hatte.

© Süddeutsche.de/kjan/mahu
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