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Bildband Brazil von Olaf Heine:Im Land der Kurven

Der Berliner Fotograf Olaf Heine zeigt die Sinnlichkeit Brasiliens und verzichtet dabei auf plakative Farbe - schließlich geht es ihm vor allem um die Form.

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Brasilien Brazil WM 2014 Olaf Heine Rio

Quelle: Photo © 2014 Olaf Heine

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Der Berliner Fotograf Olaf Heine zeigt die Sinnlichkeit Brasiliens und verzichtet dabei auf plakative Farbe - schließlich geht es ihm vor allem um die Form.

"Das ganze Universum ist aus Kurven gemacht", sagte Oscar Niemeyer. Olaf Heine traf Brasiliens Star-Architekten noch kurz vor dessen Tod. Schon zuvor war der bekannte Porträt- und Modefotograf fasziniert von dem Land. Und fand dort bei mehreren Reisen die Kurven, von denen Niemeyer sprach.

Der brasilianischen Landschaft und Architektur stellt Heine in seinem Bildband "Brazil" die Kurven der Menschen gegenüber, von Surfern und schönen Frauen. Dafür verzichtet er auf ablenkende Farben und gewährt einen ungewöhnlichen Schwarz-Weiß-Blick auf Brasilien.

Hier finden Sie ein Interview mit Olaf Heine über Brasilien ("Ein Chaos, das funktioniert") und auf den folgenden Seiten sehen Sie eine Auswahl seiner Fotos.

Im Bild: Surfprofi Tomas Hermes, Rio de Janeiro, 2012

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Sogar das Wahrzeichen von Rio de Janeiro ist rund: der Zuckerhut (rechts im Bild). Wohl noch bekannter ist die Statue von Christus, dem Erlöser. Dieser blickt vom Berg Corcovado aus auf die Metropole.

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Runde im Meer: Surfer am "Recreio", dem Strand des gleichnamigen Viertels Recreio dos Bandeirantes im Westen von Rio de Janeiro.

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Capoeira-Tänzer in der Favela Vidigal. Das Viertel liegt über dem Strand von Ipanema. "Ich würde niemals allein in eine Favela gehen. Mich hat immer jemand begleitet, der sich dort auskennt", berichtet Olaf Heine.

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In einer Favela entdeckte Heine auch ein Motiv, das für ihn ein Sinnbild Brasiliens ist: Strommasten mit einem Durcheinander an Kabeln, "jeder schließt sich irgendwie wahllos an und dennoch klappt es. Brasilien ist Chaos, das funktioniert".

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In den Favelas fotografierte Olaf Heine auch Drogendealer. "Als ich Ende der 90er-Jahre erstmals nach Brasilien kam, war ich geschockt von der Brutalität und dem harten Leben in den Favelas", erzählt er. Inzwischen habe sich zwar einiges verbessert. "Aber wenn man sich mit Menschen unterhält, sagen einige, dass sie früher, als die Drogenkartelle herrschten, wenigstens das Gesetz der Straße kannten. Heute kontrolliere und säubere die Polizei die Viertel willkürlich."

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Auf der Suche nach den Formen Brasiliens folgte Olaf Heine den Spuren Oscar Niemeyers. In seinem ersten Wohnhaus "Casa das Canoas", das 1951 in São Conrado in Rio errichtet wurde, findet man mehr Bögen als Ecken: Ein Stockwerk ist fast vollständig von Glaswänden umgeben, darüber scheint auf dünnen Stahlträgern das kurvige Flachdach zu schweben.

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Wie ein Ufo wirkt das zeitgenössische Museu de Arte Contemporânea, das ebenfalls von Niemeyer entworfen wurde. Von der Stadt Niterói auf der anderen Seite der Guanabara-Bucht haben Besucher einen schönen Blick auf Rio de Janeiro.

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Kurven und Formen fand Heine auch im Norden des Landes, "der umso schöner wird, je weiter nördlich man kommt". Etwa in Mangue Seco an der Grenze zwischen den Bundesstaaten Bahia und Sergipe: eine Halbinsel, die zum Teil nur aus riesigen, weißen Sanddünen besteht.

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Da Olaf Heine aber nicht als Reisefotograf unterwegs war, sondern die kurvige Sinnlichkeit Brasiliens abbilden wollte, mischt er Natur- und Architekturbilder mit Porträts und Aktfotos.

Im Bild: Taynara, Rio de Janeiro, 2013

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Alle Fotos aus "Brazil" von Olaf Heine, erschienen bei teNeues, € 79,90 - auch als Collector's Edition erhältlich, www.teneues.com

© SZ.de/kaeb/dd
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