Berühmte Friedhöfe in EuropaRuhe und Frieden

Park, Freilichtmuseum und Begräbnisstätte - diese Friedhöfe in Europa sind einen Besuch wert. Doch nicht an allen Gedenksteinen geht es besinnlich zu.

Alter Jüdischer Friedhof, Prag

Viele Gedenksteine auf dem jüdischen Friedhof in der Altstadt der tschechischen Hauptstadt erscheinen als ziemlich windschief. So sehr neigen sie sich nach vorne, hinten und zur Seite. Doch sie sind alt, sehr alt: Der älteste Stein etwa stammt aus dem Jahr 1439 - und gehört zum Grab des Dichters Avigdor Kara. Heute stehen auf dem nur etwa einen Hektar großen Areal mehr als 12.000 Grabsteine - was allerdings nicht der Zahl der Gräber entspricht: Da der Friedhof im ehemaligen jüdischen Viertel Josefov nicht mehr erweitert werden konnte, wurde Schicht um Schicht Erde aufgeschüttet, so dass der Boden schon lange nicht mehr eben ist und weitaus mehr Gebeine birgt, als die Fläche vermuten lässt.

Weil ältere Grabsteine bei den Aufschüttungen mit angehoben wurden, stehen sie nun dicht an dicht. Eine der bekanntesten Personen, die hier begraben liegen, ist der Philosoph und Rabbi Jehuda Liwa ben Bezal'el, genannt Rabbi Löw (gestorben 1609), welcher der Sage nach aus einer Lehmfigur den Golem erschaffen haben soll.

Bild: AFP 31. Oktober 2010, 14:482010-10-31 14:48:02 © sueddeutsche.de/lala