Bedrohte SehenswürdigkeitenSind sie noch zu retten?

Die einen sind einfach zu beliebt bei den Menschen, andere geraten bei bewaffneten Konflikten in die Schusslinie: Kultur- und Naturschätze, die Besucher vielleicht bald nicht mehr wiedererkennen.

Von Irene Helmes

Die einen sind einfach zu beliebt bei den Menschen, andere geraten bei bewaffneten Konflikten in die Schusslinie: Kultur- und Naturschätze, die Besucher vielleicht bald nicht mehr wiedererkennen.

David von Michelangelo

Fünf Jahrhunderte im Stehen zu verbringen, einen Großteil davon Wind und Wetter ausgesetzt - das geht in die Gelenke. Am weltberühmten David von Michelangelo zieht die Zeit nur scheinbar spurlos vorbei. Tatsächlich aber altert auch der Mann aus Marmor und versetzt Experten immer wieder in Aufregung. Schon im 19. Jahrhundert wurden winzige Frakturen in den Beinen der Statue entdeckt. Die jüngste Analyse kam im Frühjahr 2014 von einer italienischen Forschergruppe, die vor allem die besondere Körperneigung des David als problematisch beschrieb.

Zum Kippen bringen könnten die Skulptur, die als eines der Meisterwerke der italienischen Kunst überhaupt gilt, in Zukunft neben Erdbeben am Standort Florenz auch die alltägliche Vibration durch den Stadtverkehr und andere Umwelteinflüsse. Andererseits: Wie auf der Website der Galleria dell'Accademia, wo der David seit 1873 ausgestellt ist, trocken beschrieben ist, hat dieser auch schon einen gebrochenen Arm (1527, in Revolutionswirren) und einen abgeschlagenen Zeh (1991, durch "einen Verrückten") überstanden.

Bild: Reuters 30. Juli 2014, 10:332014-07-30 10:33:05 © SZ.de/mkoh/sekr