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Barcelona: Bauwerke von Gaudí:Das Runde im Eckigen

Sagrada Familia, das unvollendete Hauptwerk des spanischen Architekten Antoni Gaudí, ist gerade zum Gotteshaus geweiht worden. Doch in Barcelona gibt es noch viel mehr von ihm zu entdecken.

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Sie gehört zu den Wahrzeichen Barcelonas: die Kirche Sagrada Familia - genauso wie die Kräne, die das nach wie vor unvollendete Bauwerk umstehen. 128 Jahre nach der Grundsteinlegung hat die Sagrada Familia nun immerhin den Segen von Papst Benedikt XVI. erhalten und ist fortan ein geweihtes Gotteshaus. Messen können nicht mehr bloß in einer Seitenkapelle, sondern auch am Hauptaltar gehalten werden.

Papst in Spanien

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Mit der inneren Einkehr und der religiösen Besinnung könnte es allerdings schwierig werden: Die Sagrada Familia ist ein Touristenmagnet. Zwei Millionen Menschen warten jährlich in langen Schlangen, um den zwölf Euro teuren Eintritt am Kassenhäuschen zu bezahlen.

People visit the pinnacles of the Sagrada Familia temple in Barcelona

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1882 wurde mit dem Bau der monumentalen Kirche nach den Entwürfen des Architekten Antoni Gaudí begonnen.

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Heute sind die Bauarbeiten zu 60 Prozent abgeschlossen. Wenn alles nach Plan läuft, sollen im Jahr 2026 die letzten Kräne abgebaut werden.

Barcelona Spanien Städtereise Städtetipps Sagrada Familia

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Mit der Sagrada Familia hat Gaudí (1852 - 1926) dem Stadtbild von Barcelona seinen unverwechselbaren Stempel aufgedrückt, doch die Basilika ist beileibe nicht das einzige Zeugnis seines architektonischen Wirkens. Eine Vielzahl von Wohnhäusern, kirchlichen Bauten und nicht zuletzt Parklandschaften zählen dazu. Hier blicken Touristen vom Dach der Casa Milá auf die Sagrada Familia.

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Mit dem Wohnhaus für die Familie Milá (Bauzeit 1906 - 1910) leistete der katalanische Archtitekt Pionierarbeit. Ein ausgeklügeltes Lüftungssystem ersetzt heutige Klimaanlagen, zudem dachte Gaudí bereits damals an Aufzugkonstruktionen und eine Tiefgarage. Das Gebäude gehört heute dem spanischen Sparkassenverband und wird teilweise als Ausstellungsfläche genutzt. In anderen Räumen sind Büros untergebracht und einige alteingesessene katalanische Familien haben noch Wohnadressen in der Casa Milá.

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Eine Gaudí-Ausstellung und das Dachgeschoss mit seinen interessanten Belüftungsschächten und Treppenaufgängen können besichtigt werden. Es dauerte ein bisschen, bis das Gebäude mit seinen ungewöhnlichen Details von den Bewohnern Barcelonas angenommen wurde. Lange nannten sie es wegen seiner wuchtigen, unruhigen Fassade La Pedrera, übersetzt bedeutet das "Steinbruch".

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Dabei hatte sich der eigenwillige Stil Gaudís in der Formsprache des Modernisme, der katalanischen Spielart des Jugendstils, schon vorher in Häusern wie der Casa Battló manifestiert, die 1877 im Auftrag des Textilindustriellen Josep Batlló i Casanovas entstand.

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Der Reiz der Fassade beruht auf der sanften Wellenbewegung, die das Mauerwerk suggeriert und der reichen Farbigkeit im Dekor. Im Inneren fallen die asymmetrische Grundrisse auf. Seit 2005 gehört die Casa Batlló, die besichtigt werden kann, zum Weltkulturerbe der Unesco, genauso wie ...

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... der Park Güell, eine Auftragsarbeit für den Industriellen Eusebi Güell. Inspiriert von englischen Gartenanlagen plante Gaudí eine weitläufige Gartenstadt mit mehreren Villen. Um die Bauarbeiten zu finanzieren, sollten diese bereits im Vorfeld verkauft werden. Doch es fanden sich zu wenig Interessenten,  so dass der Park nicht fertiggestellt werden konnte.

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Heute stehen drei Häuser im Park: das Wohnhaus der Familie Güell (heute eine Schule), das Wohnhaus Gaudís (heute ein Museum) und das Haus eines befreundeten Architekten, das noch heute bewohnt ist.

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Nicht nur wegen der knappen Mittel, sondern auch aus Prinzip achtete Gaudí  bei der Anlage des Parks auf umweltgerechtes und kostengünstiges Bauen: Er verzichtete auf große Erdbewegungen und bezog das hügelige Terrain in seine Pläne ein. Dabei verwendete er Stützmauern und Terrassen, die sich mit ihren organischen Formen perfekt ins Gelände einfügen.

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Die Materialien fand der Baumeister auf dem Gelände selbst. Für die vielen Mosaike verwendete er Abfälle der nahen Keramikfabriken.

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Seine Gebäude empfand Gaudí als Gesamtkunstwerke. Um jedes noch so kleine Detail an der Fassade (hier Sagrada Familia) oder im Innenausbau kümmerte sich der Architekt selbst und verhalf so Handwerken wie der Schmiedekunst, Glasbläserei und Mosaiksetzung zu Innovation und neuer Anerkennung.

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Das monumentale Bauwerk, am dem Antoni Gaudí die längste Zeit seines Lebens gearbeitet hatte, wurde schließlich sein Schicksal: Auf dem Weg zur Baustelle der Sagrada Familia erfasste ihn am Morgen des 7. Juni 1926 eine Straßenbahn, drei Tage später erlag er den schweren Verletzungen. Die Regierung ordnete seine Beisetzung in der Krypta der noch unvollendeten Kirche an, wozu Papst Pius XI. seine Einwilligung gab. 2016 soll Gaudí selig gesprochen werden.

© sueddeutsche.de

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