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Arabische Halbinsel: Oman:No problem!

Die Menschen im vergleichsweise sicheren Oman machen es Touristen so einfach wie möglich, ihr Sultanat zu mögen. Und die Landschaft tut ein Übriges.

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Quelle: AFP

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Salaiman schläft. Es ist drei Uhr nachts auf dem Flughafen von Maskat, der Hauptstadt von Oman. Wer dürfte da nicht mal kurz wegnicken? Aber Salaiman arbeitet für eine Autovermietung, und deshalb ist es ihm peinlich, von Touristen beim Schlummern erwischt zu werden. Er zupft sein Gewand zurecht, schiebt seine Kappe auf den Kopf und drückt seine Brille auf die Nase. Salaiman will ein guter Berater sein, er will, dass der Tourist sein Land mag. "Welcome in Oman", sagt er deshalb als erstes, und ganz oft sagt er: "No problem."

Straßenszene in Maskat

Sultan Qaboos Moschee in Muscat, Oman

Quelle: AP

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No problem. Das scheint das Lebensmotto der Menschen in Oman zu sein. Und es bedeutet nicht wie in vielen anderen Reiseländern: Lass mich in Ruhe. Der Reisende will das Auto schon einen Tag früher als gebucht abholen: No problem. Die Fluggesellschaft hat das Zelt beim Zwischenstopp in Istanbul vergessen: No problem. Es ist drei Uhr nachts und der Reisende hat weder Zelt noch Hotel: No problem. Irgendwie findet sich immer eine Lösung.

Vor der Sultan Qaboos Moschee in Maskat

OMAN-TOURISM-HOTEL

Quelle: AFP

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Das Land auf der arabischen Halbinsel ist nicht nur ein gastfreundliches Reiseland, in dem der Tourist eher hofiert als übers Ohr gehauen wird. Oman ist auch sicher. Die Kriminalität ist niedrig, die politische Lage stabil, Schreckensmeldungen von entführten Touristen wie im benachbarten Jemen gibt es nicht. In den vergangenen Jahren wurde viel Geld in den Tourismus gepumpt, schicke Hotels sind entstanden, Täler wurden erschlossen. Aber noch hat der Massentourismus das Land nicht erreicht.

Al Bustan Palace Hotel nahe Maskat

No problem: Mit dem Geländewagen durch den wilden Oman

Quelle: dpa-tmn

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Die Schönheit Omans erschließt sich sowieso nicht im Hotel, sondern beim Reisen auf eigene Faust. Man braucht nur einen Schlafsack, ein bisschen Englisch und ein Auto mit Vierradantrieb. Erfrischung gibt es überall: In dem scheinbar staubtrockenem Land tun sich überall Bäche, Wasserfälle und Naturpools auf.

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Quelle: AFP

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Einen guten Ausgangspunkt für einen Roadtrip bietet Nizwa, etwa zwei Stunden von der Hauptstadt Maskat entfernt. Hauptattraktion der Stadt ist der Suk, den man schon von weitem riechen kann. Ziegen, Schafe und Rinder drängen sich dort. Es stinkt zum Himmel, Geschrei und Geblöke, eine Ziege büxt aus. Männer preisen ihre Tiere an, verladen und verhandeln.

Wenige Meter weiter schlagen Arbeiter Fischen die Köpfe ab, reißen Gedärm aus Fischbäuchen. Haiköpfe, Thunfischköpfe, Sardinenköpfe, alles türmt sich übereinander. Eingeschüchtert stehen einige Touristen herum, und versuchen, das Gemetzel auf Kameras einzufangen.

Einem wird schlecht, er eilt zum Gewürzmarkt, um den Fischgestank mit dem Duft nach Muskat, Kreuzkümmel und Kurkuma zu vertreiben. Überlagert wird der Gewürzduft nur vom Weihrauch, der im Oman an jeder Ecke aus kleinen Gefäßen qualmt. Das Harz des Weihrauchbaums wird vor allem im Süden des Landes geerntet und von dort in alle Welt verschifft.

No problem: Mit dem Geländewagen durch den wilden Oman

Quelle: dpa-tmn

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Von Nizwa geht es zum Dschabal Schams, dem höchsten Berg im Oman. Mit knapp mehr als 3000 Metern ist er zwar höher als viele Berge in den Alpen, der Besucher kann aber gemütlich mit dem Auto nach oben fahren. Der Aussichtspunkt unter dem Gipfel ist eine platte Fläche mit Teppichhändlern und einer Ziege namens "George", die Touristen anbettelt. An der Kante guckt man in den Abgrund: Es öffnet sich ein einzigartiger Blick in eine Schlucht, die als Grand Canyon des Omans bezeichnet wird. Auf schwindelerregenden Wander- und Kletterpfaden sind in der Ferne Menschen zu erkennen.

No problem: Mit dem Geländewagen durch den wilden Oman

Quelle: dpa-tmn

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Nicht weniger abenteuerlich ist es, die Nacht in diesen luftigen Höhen im Zelt zu verbringen. Etwas geborgener fühlt man sich im nahe gelegenen Wadi Bani Auf, im Inneren des Canyons. Nach einer wilden Abfahrt über die zerklüfteten Abhänge findet sich unter Bäumen ein ruhiger Schlafplatz. Die Zivilisation scheint Lichtjahre entfernt.

Oasendorf im Wadi Bani Auf

No problem: Mit dem Geländewagen durch den wilden Oman

Quelle: Annette Reuther, dpa-tmn

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Auf der Reise in Richtung Süden geht es weiter in die Wüste Wahiba Sands. Verehrer der Rub al-Chali, einer der größten Wüsten der Erde, nennen sie spöttisch "Sandkasten", doch die Dünen sind auch hier meterhoch. Es gibt mehrere Wüstencamps mit Zelten und Verpflegung.

No problem: Mit dem Geländewagen durch den wilden Oman

Quelle: Oman Ministry of Tourism/dpa-tmn

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Die Camps bieten von Sandboarding über Kamelreiten bis zu "Dune-Bashing" - mit dem Auto über Dünen rasen - alles an. Auf das Ökosystem Wüste wirkt sich das fatal aus. Die dröhnenden Autos und Quadbikes treiben die Wüstentiere aus ihrem Unterschlupf. Und sie zerreißen die Stille, die diesen Ort so besonders macht.

No problem: Mit dem Geländewagen durch den wilden Oman

Quelle: Oman Ministry of Tourism/dpa-tmn

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Andernorts hat der Sultan die Gefahr der Menschen und des Tourismus' schon erkannt: In Ras al-Dschins, an der Ostküste des Omans, liegt einer der weltweit wichtigsten Brutplätze für Meeresschildkröten. Jedes Jahr wuchten sich hier Zehntausende von Schildkröten an Land, um ihre Eier zu legen. Bis vor einigen Jahren war selbst an diesem Strand das Campen noch erlaubt, was dazu führte, dass immer weniger Schildkröten kamen. Nun sind der Strand und mehrere umliegende Buchten geschützt.

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Quelle: AFP

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Informationen:

Anreise: Mehrere Fluggesellschaften fliegen den internationalen Flughafen Maskat an. Oman Air fliegt direkt von Frankfurt/Main und München. Wer keine organisierte Tour gebucht hat, sollte sich ein Auto mieten. Der öffentliche Nahverkehr ist schlecht ausgebaut, Züge gibt es nicht. Wer sowohl den Norden als auch den Süden ohne Hetze erkunden möchte, sollte sich mindestens drei Wochen Zeit nehmen.

Reisezeit: Die beste Reisezeit ist von Oktober bis März. Dann herrschen angenehme Temperaturen um die 30 Grad. Niederschläge sind selten. Im Sommer ist es bis zu 50 Grad heiß.

Währung: 1 Euro entspricht rund 0,52 Omanischen Rial (Januar 2011).

Kosten: Hotels auf internationalem Standard sind relativ teuer, die Auswahl an Budgethotels ist noch nicht sonderlich groß. Billiger ist der Oman für Camper. Organisierte Campingplätze gibt es wenige, aber wild zu campen ist legal. Lokale Restaurants sind sehr günstig.

Sicherheit: Der Oman ist das friedlichste Land der Region. Wegen der Spannungen im Nahen Osten rät das Auswärtige Amt jedoch, sich von eventuellen Demonstrationen fernzuhalten. Zudem gab es vor der Küste Omans schon Piratenangriffe. Generell sollten Besucher die Traditionen des muslimischen Landes respektieren, Frauen sollten nur im Badeanzug schwimmen gehen.

Weitere Informationen: Sultanate of Oman, Ministry of Tourism, c/o Interface International, Karl-Marx-Allee 91A, 10243 Berlin, Tel.: +49 30 42 08 80 12; www.omantourism.de

Auf dem Fischmarkt von Maskat

© Annette Reuther, dpa/dd
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