Amazonas:Das "Treffen der Wasser" ist über mehrere Kilometer ein spektakuläres Schauspiel

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Inmitten solch üppiger Pracht kommt einem sofort Werner Herzogs Film "Fitzcarraldo" in den Sinn; er versetzt den Zuschauer für einen Moment in diese Zeit des wahnwitzigen Booms zurück. Klaus Kinski gibt darin den exzentrischen Opernfan Fitzcarraldo, der ein komplettes Schiff durch den Dschungel tragen lässt. Dekadenz und Pomp fanden mit dem Niedergang des Kautschukmonopols und dem Beginn des Ersten Weltkriegs ein abruptes Ende. Ein Schauspiel ist Manaus allerdings geblieben: das "Treffen der Wasser". So heißt der spektakuläre Zusammenfluss des dunklen Rio Negro mit dem hellen, lehmbraunen Rio Solimões, wie der Amazonas an dieser Stelle heißt. Mehrere Kilometer fließen beide Gewässer nebeneinander her, ohne sich zu vermischen.

In Geduld üben müssen sich auch jene Gäste der Hanseatic, die Piranhas angeln wollen. Der Fisch gilt zwar als überaus gefräßig und aggressiv. Doch selbst wenn man kleine Stücke blutigen Rindfleischs an den Haken hängt, dauert es eine ganze Weile, bis der erste Piranha anbeißt. Gefangen werden die Fische nur für die Fotos - zum Angeben daheim, versteht sich. Aber natürlich wollen die Gäste dem Fisch auch in sein scharf bezahntes Maul schauen. Danach darf er wieder zurück in den Amazonas. Bei so beißfaulen Piranhas trauen sich dann bald die Ersten ins Wasser. Zu verlockend ist der weiße Sandstrand mit den roten Sonnenschirmchen bei Praia Grande.

Der helle Muschelkalk vieler Strände hier stammt noch vom Uramazonas, aus einer Zeit, als der riesige Kontinent Gondwana auseinanderbrach und sich Südamerika und Afrika formten. Wissenschaftler vermuten, dass der Amazonas durch die Entstehung der Anden nicht mehr in den Pazifik fließen konnte und deshalb seine Richtung wechseln musste. Geblieben sind viele für einen Süßwasserfluss recht exotische Tiere wie Seekühe und Delfine, die sonst nur im Meer vorkommen.

Wobei Exotik oft nur eine Frage der Perspektive ist. Denn ein Vergnügungsfest mit bayerischem Mittagsbuffet wirkt auf einer Amazonaskreuzfahrt mindestens so exotisch wie die Fahrt durch den Dschungel selbst. Der Bayern-Event findet traditionell auf jeder Hanseatic-Reise statt und ist bei Stammgästen so beliebt, dass manche dafür sogar ihre Tracht dabeihaben. Das Personal in Dirndln und Lederhosen trägt Schweinshaxe, Knödel und reichlich Bier auf, während unter einer Bayernfahne Bierzeltlieder angestimmt werden. Die Schiffskapelle beginnt den Refrain, mehr als hundert Passagiere fallen ein: "Wahnsinn, warum schickst du mich in die Hölle? - Hölle! Hölle!"

Nur Kapitän Gerke singt nicht mit, denn durch die Hölle schickt er sein Schiff nur einmal pro Reise.

Reisearrangement

Die Reederei Hapag Lloyd Cruises unternimmt die nächste Amazonasreise mit der MS Hanseatic vom 8. bis zum 29. April 2017 (Dauer insgesamt 21 Tage); das Schiff fährt von Belém (Brasilien) nach Iquitos (Peru). Man kann die Reise auch gleich im Anschluss in umgekehrter Richtung buchen. Die Schiffsfahrt wird von Naturwissenschaftlern und landeskundigen Lektoren begleitet. Im Reisepreis ab 12 557 Euro pro Person sind An- und Abreise ab / bis Deutschland sowie täglich bis zu zwei Anlandungen im Schlauchboot und Vollpension auf Fünf-Sterne-Niveau inkludiert, www.hl-cruises.de

Gesundheit: Eine Malariaprophylaxe wird empfohlen, der Nachweis einer Gelbfieberimpfung ist für die Reise verpflichtend.

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