Alpenpässe für RadfahrerTut weh, aber lohnt sich

Wer behauptet, vor Anstrengung habe der Sportler gar keinen Blick mehr für die Schönheit der Berge, irrt: Wo schmerzverliebte Radler gerne hinaufrollen - und hinab sowieso.

Von Sebastian Herrmann

Hahntennjoch

Das Hahntennjoch knallt dem Rennradfahrer gleich zu Beginn einen ordentlichen Hieb in den Leib. Aus dem Tal führt die Straße nahe Elmen erst in eine enge Kurve und verwandelt sich dann in eine schmerzhaft lange, gerade und steile Rampe. Es wirkt fast, als würde der Pass dem Radler noch einmal zurufen: "Willst du dir das wirklich antun?" Ja, nickt der Radler. Denn der einzige Grund, diesen anspruchsvollen Pass nicht zu befahren, ist der an schönen Wochenenden oft starke Verkehr. Der Pass liegt so weit nördlich in den Alpen, dass gefühlt alle Motorradfahrer und Sportwagenbesitzer aus dem Münchner Großraum mit ihren röhrenden Stinkmaschinen hier herumkurven. Wer eine Geräuschkulisse wie am Mittleren Ring in München vermeiden will, radelt deshalb unter der Woche auf das Hahntennjoch, versucht in Stille steile Rampen sowie große Ausblicke zu genießen und freut sich auf die enorm rasante Abfahrt in Richtung Inntal.

Westrampe von Elmen

Distanz: 14,8 Kilometer // Höhenmeter: 947 // Passhöhe: 1903 Meter // Durchschnittliche Steigung: 5,9 % // Maximale Steigung: 15 %

Weshalb sich Rennradler wirklich einen Pass hinaufquälen, lesen Sie hier.

Bild: imago/Westend61 13. September 2018, 05:302018-09-13 05:30:56 © SZ.de/kaeb/sks