ADAC-Test Griechische Fähren fallen durch

Schlechte Nachricht für Griechenland-Reisende: Autofähren dort weisen laut eines ADAC-Tests zum Teil erhebliche Sicherheitsmängel auf.

Beim aktuellen ADAC-Fährentest fielen von den 14 überprüften griechischen Autofähren vier wegen gravierender Mängel glatt durch, wie der Autoclub in München mitteilte.

Ein defektes Rettungsboot auf der Fähre "Sardinia Vera". Das Schiff wurde wegen diverser Sicherheitsmängel Verlierer in dem ADAC-Test.

(Foto: Foto: dpa)

ADAC-Testleiterin Sabine Zuschrott nannte das Ergebnis "enttäuschend und alarmierend". Sie appellierte an die Reeder, mehr Geld für die Sicherheit ihrer Schiffe auszugeben.

Wegen schon früherer Auffälligkeiten hatte der Autoclub den diesjährigen Fährentest allein auf Griechenland beschränkt.

Die Liste der bei der ADAC-Stichprobe festgestellten Mängel ist lang: Mal fehlten sogar die vorgeschriebenen Querschotten im Autodeck, mal war ein schnelles Rettungsboot nicht einsatzbereit und mal war die Besatzung bei einer Feuerlösch-Übung komplett überfordert.

Von den getesteten Fähren fielen eine mit der Gesamtbewertung "sehr mangelhaft" und drei mit "mangelhaft" durch, vier Schiffe erhielten lediglich die Note "ausreichend".

Fünf Fähren schnitten mit "gut" ab, aber nur für eine einzige gab es ein "sehr gut".

Testsieger war nach ADAC-Angaben die Ionian King der Reederei Agoudimos Lines, die zwischen Patras auf dem Peloponnes und Igoumenitsa auf dem griechischen Festland verkehrt. Die 18 Jahre alte Fähre bekam in vier von fünf Kategorien Bestnoten, ein dickes Lob gab es auch für "die sehr gut ausgebildete und verantwortungsbewusste Crew".

Testverlierer war die Sardinia Vera der Reederei Kallisti Ferries, die zwischen Piräus auf dem griechischen Festland und Vathi auf der Insel Samos unterwegs war. Den technischen Zustand der 34 Jahre alten Fähre, aber auch das Sicherheitsbewusstsein der Mannschaft nannte der ADAC besorgniserregend: Ein Evakuierungssystem war nicht vorhanden und ein schnelles Rettungsboot war nicht einsatzbereit. Vor allem aber fehlten die vorgeschriebenen Querschotten, die bei Wassereinbruch das Fluten des Autodecks verhindern sollen.

Bei Fährunglücken sind in den vergangenen Jahren immer wieder viele Menschen ums Leben gekommen. Besonders schlimm war der Fall der estnischen Ostseefähre Estonia, die 1994 vor der Südwest-Küste Finnlands sank - 852 Menschen kamen dabei ums Leben. Tote gab es auch beim Unfall der griechischen Fähre Express Samina, die im Jahr 2000 mit 534 Menschen an Bord vor der Ferieninsel Paros ein Riff rammte und binnen Minuten unterging - 76 Menschen kamen ums Leben.