Abzocke bei der Urlaubsbuchung Hier steht gar kein Ferienhaus

Wer online Ferienwohnungen oder Häuser sucht, muss aufpassen, dass er nicht wie Schauspieler Axel Milberg auf Betrüger hereinfällt. Was Urlauber vor der Buchung beachten sollten.

Von Sophie Crocoll

Es ist schwer, sich dem Druck zu entziehen, wenn es um den Urlaub geht. Perfekt muss es werden, egal ob man die freien Tage an weißen Sandstränden unter Palmen, auf dem Rennrad in den Alpen oder im Museum in Florenz verbringen will. Die schönste Zeit des Jahres.

Wann kann man sich denn bitte sonst erholen?

Da ist es besonders ärgerlich, wenn man betrogen wird. Um die Illusion. Und um sein Geld. Schauspieler Axel Milberg, bekannt als "Tatort"-Kommissar Klaus Borowski aus Kiel, wollte mit Familie die Ferien im französischen Badeort Saint-Tropez verbringen, wo schon Gunter Sachs und Brigitte Bardot gerne urlaubten. Milbergs Frau mietete also über das Internet eine Ferienvilla und bezahlte im Voraus 5000 Euro Miete. Dann, eine Woche vor der Reise, stellte sich heraus: Die Villa gibt es nicht. Ein Betrüger hatte sich als Vermieter ausgegeben. Zwar erstattete das Vermittlungsportal das Geld zurück. Geärgert hat sich der Schauspieler aber wohl trotzdem. Der Zeitschrift Bunte sagte er: "Andere sollten davon wissen, bevor ihnen Ähnliches widerfährt."

Nun geben nicht alle Urlauber 5000 Euro für eine Ferienwohnung aus, aber gerade in der Hauptreisezeit kommt es immer wieder mal vor, dass Menschen online an Betrüger geraten. Dass sich einer als Vermieter ausgibt, der es nicht ist. Dass Ferienhäuser zur gleichen Zeit an mehrere Familien vermietet werden. Oder, wie bei Axel Milberg, dass es die Unterkunft überhaupt nicht gibt.

Die großen Reisevermittler wiegeln ab. Bei Tui gebe es diese Probleme nicht, sagt eine Sprecherin. "Wir kennen unsere Vertragspartner und haben für unsere Kunden bestimmte Kontingente gesichert", sagt auch eine Dertour-Sprecherin. Nun haben die etablierten Reiseunternehmen Interesse daran, ihr Geschäft zusammenzuhalten und nicht an kleine Portale zu verlieren. Auch Verbraucherschützer empfehlen aber, sich genau anzuschauen, wer im Netz eine Ferienwohnung anbietet. Oft hilft es, den Namen des Anbieters in eine Suchmaschine einzugeben. So finden Reisende schnell heraus, ob andere Urlauber ihn bewertet haben. In Foren warnen viele, die schon auf Betrüger reingefallen sind. Ohnehin sollte auf der Webseite angegeben sein, welche Rechtsform ein Unternehmen hat, wer der Vertretungsberechtigte ist und unter welcher Nummer es im Handelsregister eingetragen ist. In dem Register steht auch, ob der Sitz des Anbieters Deutschland oder ein anderes Land ist. Sein Recht im Ausland durchzusetzen, sei sehr viel aufwendiger und teurer als in Deutschland, so die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Wer ein privates Ferienhaus mieten will, kann zumindest beim Kartendienst Google Maps prüfen, ob unter der angegebenen Adresse ein Haus steht - oder nur eine Wiese zu sehen ist. "Sprechen Sie am Telefon mit dem Vermieter und bestehen Sie auf einen Mietvertrag, ein Betrüger wird das nicht wollen", sagt Tobias Wann, Geschäftsführer des Vermittlungsportals Fewo-direkt. "Und buchen Sie nie über eine E-Mail, die Ihnen zugeschickt wurde." Hinter solchen Angeboten steckten im Grunde immer Betrüger, die sich im Internet ein paar Bilder suchten und eine Beschreibung erfinden würden.

Außerdem sollten Reisende nie schon vor dem Urlaub die volle Miete überweisen. "Vorauszahlungen sind immer am gefährlichsten", sagt Alexandra Helmstreit, die sich beim bayerischen Landeskriminalamt um Prävention im Bereich Internetkriminalität kümmert. Üblich ist, bei Ferienwohnungen etwa ein Drittel bis die Hälfte der Miete anzuzahlen - auch Vermieter erwarten eine gewisse Sicherheit.

Tobias Wann empfiehlt, Angebote im Internet mit ähnlich ausgestatteten Unterkünften am gleichen Urlaubsort zu vergleichen. Wann sagt: "Eine Villa in Marbella mit fünf Schlafzimmern, die pro Woche 2000 Euro kostet, das kann einfach nicht sein."

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